Was Demokratie stärkt: Neue Policy Ultra-Briefs bündeln psychologische Erkenntnisse für Politik und Praxis

Aktuelles

Was Demokratie stärkt: Neue Policy Ultra-Briefs bündeln psychologische Erkenntnisse für Politik und Praxis

Vorstand Pressemitteilung

Was gefährdet Demokratie – und was befähigt Menschen und Gesellschaften, Demokratie zu leben und zu stärken? Dieser Frage widmet sich die zweite Reihe der Policy Ultra-Briefs (PUBs) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs). In zwölf kompakten Beiträgen bündeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Erkenntnisse der Psychologie und angrenzender Sozial- und Verhaltenswissenschaften und leiten daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis ab. Die Themen reichen von Polarisierung, Radikalisierung und Gewalt über Zivilcourage, gesellschaftliche Teilhabe, Einsamkeit und psychische Gesundheit bis zu den Auswirkungen generativer Künstlicher Intelligenz auf demokratische Meinungsbildung.

Demokratien gründen auf der Achtung universeller Menschenrechte, demokratischen Grundwerten und starken Institutionen. Zugleich leben sie davon, wie Menschen miteinander umgehen: ob sie Unterschiede und Konflikte konstruktiv aushandeln, Vertrauen und Zugehörigkeit erfahren, sich als selbstwirksam erleben und bereit sind, Verantwortung für das gemeinsame Zusammenleben entsprechend demokratischer Grundwerte zu übernehmen. Demokratie hat damit auch eine psychologische Dimension. Hier setzt die neue PUB-Reihe „Psychologie und Demokratieförderung“ an.
Die zwölf Beiträge nehmen sowohl Gefährdungen als auch Resilienzfaktoren demokratischer Gesellschaften in den Blick. Sie zeigen beispielsweise, warum soziale Kategorisierungen Vorurteile begünstigen können und wie Kontakt zwischen unterschiedlichen (z. B. politischen oder ethnischen) Gruppen dazu beitragen kann, diese abzubauen. Sie untersuchen, wie Zivilcourage und zivilgesellschaftliches Engagement gestärkt werden können, was gegen Radikalisierung und Gewalt hilft und welche Folgen affektive Polarisierung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben kann. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit Förderung von Demokratiekompetenz in Schulen, mit Einsamkeit und psychischer Gesundheit sowie mit den Chancen und Risiken generativer KI für demokratische Meinungsbildungsprozesse.

Neue Policy Ultra Brief Reihe ab heute öffentlich zugänglich

Die zwölf Policy Ultra-Briefs der Reihe „Psychologie und Demokratieförderung“ sind ab heute, dem 2. September 2026, öffentlich zugänglich. Sie wurden in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) veröffentlicht und stehen auf der Website der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen zum Abruf bereit: https://psychologie.de/oeffentlichkeit/policy-ultra-briefs/psychologie-und-demokratiefoerderung/. 

„Demokratie beginnt nicht erst bei Wahlen. Sie zeigt sich auch darin, wie wir miteinander umgehen, wie wir Konflikte austragen, ob Menschen sich zugehörig und gehört fühlen und erleben, dass sie etwas bewirken können. Zu diesen Themen kann die Psychologie viel beitragen. Mit unseren Policy Ultra-Briefs möchten wir zeigen, was wir aus der Forschung wissen, was Demokratie gefährdet – und vor allem, was Menschen und Gesellschaften befähigt, sie zu leben und zu stärken.“ erklären die Herausgeber und die Herausgeberin Prof. Dr. Andreas Beelmann, Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier, Prof. Dr. Ulrich Wagner und Prof. Dr. Wolfgang G. Weber.
Die 12 Beiträge machen deutlich, dass es keine einfachen Patentrezepte gibt. Demokratische Einstellungen und Verhaltensweisen werden durch ein Zusammenspiel individueller, sozialer und gesellschaftlicher Bedingungen geprägt. Entsprechend vielfältig sind die Ansatzpunkte: Sie reichen von frühzeitiger Radikalisierungs- und Gewaltprävention über die Förderung von Begegnung, Zivilcourage, Selbstwirksamkeit und Partizipation in Bildungsinstitutionen, in der Arbeitswelt und in zivilgesellschaftlichen Initiativen bis hin zur Stärkung psychischer Gesundheit und gesellschaftlicher Zugehörigkeit.

Wissenschaftlich fundiert, kompakt und handlungsorientiert

Die Policy Ultra-Briefs richten sich insbesondere an Akteurinnen und Akteure in Politik, Praxis, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Medien. Auf jeweils zwei Seiten haben die Autorinnen und Autoren den aktuellen Forschungsstand mit konkreten Handlungsempfehlungen und weiterführenden Quellen verbunden. Eine Evidenzskala macht transparent, wie stark zentrale Aussagen durch die verfügbare wissenschaftliche Evidenz gestützt werden. Alle Beiträge haben ein mehrstufiges wissenschaftliches Begutachtungsverfahren durchlaufen. Zusätzlich fließen durch ein Advisory Board Perspektiven aus Politik, Wissenschaftskommunikation und Journalismus in die Weiterentwicklung des Formats ein.
Die jetzt vorgestellte zweite Reihe knüpft an die 2025 veröffentlichte erste Reihe der Policy Ultra-Briefs zum Klimaschutz an. Die Policy Ultra-Briefs verstehen sich als Brücke zwischen Wissenschaft und politischer und gesellschaftlicher Praxis: Sie sollen wissenschaftliche Evidenz zugänglich machen, ohne ihre Komplexität unzulässig zu reduzieren, und zugleich Fragen und Bedarfe aus Politik und Gesellschaft zurück in den wissenschaftlichen Diskurs tragen.

Die Reihe Policy Ultra Briefs der DGPs:

Hier finden Sie die Policy Ultra Briefs: psychologie.de/oeffentlichkeit/policy-ultra-briefs/

Weitere Reihen zu gesellschaftlich relevanten Themen befinden sich bereits in Vorbereitung.

Die Policy Ultra-Briefs repräsentieren die Standpunkte der jeweiligen Autorinnen-Teams und spiegeln nicht notwendigerweise eine Mehrheitsmeinung der DGPs oder die Meinung des ZPID wider.

Weitere Informationen / Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Beelmann
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena
Tel.: +49 3641 9-45900
E-Mail: andreas.beelmann@--no-spam--uni-jena.de

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier
Universität Greifswald, Greifswald 
Tel.: +49 3834 420 3718
E-Mail: eva-lotta.brakemeier@--no-spam--uni-greifswald.de  

Prof. Dr. Wolfgang G. Weber
Universität Innsbruck, Innsbruck
Tel.: +43 (0)512 507-56020
E-Mail: wolfgang.weber@--no-spam--uibk.ac.at

Prof. Dr. Ulrich Wagner
Philipps-Universität Marburg, Marburg
Tel.: +49 171 380 8830
E-Mail: Wagner1@--no-spam--staff.uni-marburg.de 


Pressekontakt:
Dr. Anne Klostermann
Pressestelle DGPs
Tel.: 030 28047718
E-Mail: pressestelle@--no-spam--dgps.de 
 

Über die DGPs:
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs e.V.) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologinnen und Psychologen. Die rund 6000 Mitglieder erforschen das Erleben und Verhalten des Menschen. Sie publizieren, lehren und beziehen Stellung in der Welt der Universitäten, in der Forschung, der Politik und im Alltag. Die Pressestelle der DGPs informiert die Öffentlichkeit über Beiträge der Psychologie zu gesellschaftlich relevanten Themen und stellt eine Expertendatenbank für Presseanfragen zur Verfügung. Besuchen Sie die DGPs im Internet: www.dgps.de