Was ist Umweltpsychologie?

Was ist Umweltpsychologie?

Umweltpsychologen untersuchen sowohl Einflüsse der Umwelt auf den Menschen als auch die Beeinflussung der Umwelt durch den Menschen. Bedeutend sind dabei Wahrnehmung, Bewertung und Kommunikation entstehender Wechselwirkungen durch Individuen und Gesellschaft.

Als Teildisziplin der Psychologie etablierte sich die Umweltpsychologie unter dem Eindruck der aufkommenden Ökologie-Diskussion in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, also erst vor relativ kurzer Zeit. Beeinflusst durch die biologische Ökologie, erlangte sie zunächst Bedeutung als umfassende theoretische Perspektive. Zugleich bot sie den Rahmen für die Anwendung psychologischer Wissensbestände und Methoden auf aktuelle gesellschaftliche Probleme wie beispielsweise den Umgang mit bedrohten natürlichen Ressourcen, die Wirkung industriell genutzter oder erzeugter Substanzen oder die angemessene Gestaltung gebauter Umwelten. Die ca. 100 Mitglieder der Fachruppe befassen sich mit:

  •     Umweltwahrnehmung, -beurteilung und -bewertung,
  •     Umweltplanung und -gestaltung (auch für definierte Nutzergruppen),
  •     raumbezogenes Verhalten und Mobilität,
  •     Umweltstressoren (z.B. Lärm, Hitze, Gerüche),
  •     soziale Konflikte beim Umgang mit knappen Ressourcen,
  •     Umweltbewusstsein und umweltschützendes Verhalten,
  •     Vermittlung bei umweltbezogenen Konflikten (Mediation).

Da wir Menschen uns vorwiegend in Umwelten bewegen, die von Menschen gestaltet wurden, überrascht die enge Verknüpfung mit anderen Teildisziplinen der Psychologie nicht (z.B. Architekturpsychologie, Verkehrspsychologie, Organisationspsychologie). Der Bedarf an disziplinübergreifenden Ansätzen zur Bewältigung der globalen Umweltkrise hat darüber hinaus zu Querverbindungen auch mit den umweltbezogenen Teildisziplinen anderer Human- und Sozialwissenschaften geführt (Soziologie, Pädagogik, Ökonomie, Geographie, Medizin).