Wissenschaftspreis der Wilhelm-Wundt-Gesellschaft e.V.

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Wissenschaftspreis der Wilhelm-Wundt-Gesellschaft e.V.

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Prof. Dr. Rolf Ulrich (Tübingen) für herausragende Leistungen in der psychologischen Grundlagenforschung geehrt.

Aus Anlass des100-jährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs) sowie aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens hat die Wilhelm-Wundt-Gesellschaft e.V (WWG) im Jahre 2004 im Rahmen des 44. Kongresses der DGPs in Göttingen den „Wissenschaftspreis der Wilhelm-Wundt-Gesellschaft“ verliehen. Der Preis ist mit EUR 3000 dotiert.

 

Die Vergabe des Preises erfolgt für herausragende Leistungen in der psychologischen Grundlagenforschung, insbesondere für neue konzeptuelle, theoretische und methodische Ansätze zu zentralen Forschungsthemen der Psychologie, die international rezipiert und für weiterführende Forschung genutzt werden, oder die geeignet erscheinen, zukünftige Forschung nachhaltig zu beeinflussen.

 

Dem Vorschlag einer unabhängigen Jury folgend wurde der Preis durch die Wilhelm-Wundt-Gesellschaft an Herrn Univ.-Prof. Dr. Rolf Ulrich (Abteilung für Allgemeine und Biologische Psychologie, Universität Tübingen) vergeben. Gegenstand der Arbeiten von Rolf Ulrich sind klassisch-psychologische Fragestellungen. Sie zeichnen sich durch sorgfältige Experimentaltechnik, konzeptuelle Präzision und innovative Versuchsanordnungen aus. Besonders hervorzuheben ist u.a. sein Modell zum zeitlichen Reihenfolge-Urteil, das bis heute als Standardmodell der Psychophysik der Zeitwahrnehmung gilt. Auch die Arbeiten von Rolf Ulrich zu chronometrischen Redundanz-Effekten erlangten internationale Anerkennung. Durch diese Arbeiten konnte gezeigt werden, dass die manuelle Antwortaktivation nicht eine stereotyp ablaufende ,motorische Endstrecke´ darstellt, sondern die zeitliche Signatur und die Ergebnisse vorgängiger perzeptueller und zentraler Prozesse zuverlässig widerspiegelt. Das zusammen mit Jeff Miller entwickelte ´parallel grains model´ erlaubt durch theorie- und aufgabengeleitete Spezifikation von Nebenbedingungen die Überprüfung eines weiten Spektrums verschiedenster Verarbeitungsorganisationen für die unterschiedlichsten Reaktionszeitaufgaben. Für die Entscheidung der Jury war neben Originalität, Umfang und Einfluss der Forschung von Rolf Ulrich vor allem auch der mathematische Modellierungsaspekt ausschlaggebend.

 

Die Übergabe des Wissenschaftspreises an Herrn Prof. Ulrich erfolgte im Rahmen des 44. Kongresses für Psychologie an der Universität Göttingen am Mittwoch, den 29. September 2004, durch den Vorsitzenden der Wilhelm-Wundt-Gesellschaft, Herrn Prof. Dr. Rainer Kluwe (Hamburg). Die Laudatio auf den Preisträger hielt Prof. Dr. Werner Tack (Saarbrücken). Der Festvortrag des Preisträgers zum Thema “Nicht geliebt und doch gebraucht: Mathematische Modelle in der Kognitionspsychologie” war der Rolle mathematischer Modelle in der Psychologie gewidmet.

 

Prof. Dr. Rainer H. Kluwe, Hamburg