Psychologie-Studierende planen Master von Anfang an ein

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Psychologie-Studierende planen Master von Anfang an ein

Ergebnisse der Absolventenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs)

 

Die große Mehrheit der deutschen Psychologiestudentinnen und -studenten möchte nach dem Bachelor- auch den Masterabschluss erlangen. Das geht aus einer Absolventenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hervor. Darin gaben rund 90 % der Befragten an, dass sie nach dem Bachelor-Abschluss ein Masterstudium anstreben. „Das Psychologie-Studium wird von Beginn an als Kombination von Bachelor- und Master-Studium gesehen. Das muss bei der Planung von Studienplatzkapazitäten bedacht werden – zumal eine Nachfrage nach Bachelor-Absolventen im Fach Psychologie auf dem Arbeitsmarkt faktisch nicht existiert“, so Prof. Dr. Jürgen Margraf, Präsident der DGPs.

Zahl der Masterstudienplätze

Bisher konnten mehr als 95 % der Studierenden, die einen Masterabschluss anstrebten, einen entsprechenden Masterstudienplatz erringen. Derzeit ist also ein guter Zugang zum Masterabschluss im Studienfach Psychologie gewährleistet. Dass dies so bleibt, ist für die Autoren keinesfalls ausgemacht: „Es bleibt abzuwarten, inwieweit dies auch für die kommenden Jahre gilt. Durch die sogenannten Hochschulpakt-Mittel wird an einigen Orten die Anzahl der Bachelor-Studienplätze hochgefahren - ohne entsprechende Erhöhung der Master-Studienplätze“, so Psychologieprofessor Dr. Dirk Wentura von der Universität Saarbrücken, der die Studie im Auftrag der DGPs federführend betreute.

Studieninhalte

Bei den Studieninhalten dominiert nach wie vor die Klinische Psychologie, die von 58 % der Befragten als erster Schwerpunkt gewählt worden waren. Es folgte die Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie (AOW) mit knapp 21 %. Weitere häufig genannte Fachgebiete waren Kognitive Psychologie / Neuropsychologie, Entwicklungspsychologie / Pädagogische Psychologie sowie Gesundheit / Rehabilitation.

Studiendauer

Zwischen 70 und 80 Prozent der Befragten konnten ihr sechssemestriges Bachelorstudium in der Regelstudienzeit abschließen. Aufgrund der Angaben der Noch-Studierenden schätzen die Autoren eine durchschnittliche Studiendauer von 6,5 bis 6,7 Semester. Als Gründe für die Studienzeitverlängerung werden mit Abstand am häufigsten (46 %) Erwerbstätigkeiten genannt. Danach folgen „Praktika“ mit 26 %. Ebenso viele geben das „Streben nach möglichst guter Abschlussnote“ an, immerhin 22 % schieben es auf „zu hohe Anforderungen“. Die Möglichkeit, sich offiziell als Teilzeitstudierenden registrieren zu lassen, wird allerdings nur selten genutzt (4 % der Nennungen).

Studienbedingungen

Mit den Studienbedingungen sind die Absolventen insgesamt ganz zufrieden. Am stärksten stimmen die Befragten der Aussage zu, dass die im Bachelorstudium vermittelten Inhalte für den Start in die Masterausbildung ausreichend waren. Während der Forschungsbezug allgemein als hoch angesehen wird, stimmten die Befragten der Aussage „Der Praxisbezug der Lehre war ausreichend“ nicht uneingeschränkt zu. Sehr schlecht wird die Möglichkeit, ein Auslandssemester ins Studium zu integrieren, beurteilt: Die Universitätsabsolventen geben hier die schlechteste aller Bewertungen ab.

Ausstattung der Hochschulen

Hohe Zustimmungswerte erreichen in beiden Gruppen die Aussagen „Die Ausstattung meiner Hochschule (Bibliothek, EDV, Tests) war ausreichend“, „Ich habe durch das Studium hilfreiche Fertigkeiten (z.B. Präsentieren) erlernt“,„Es gab ausreichend Möglichkeiten, mit den Lehrenden in Kontakt zu treten“ sowie „Das Klima unter meinen Kommilitonen war kooperativ“. Insgesamt finden sich bei den Fachhochschulabsolventen höhere Zustimmungswerte zu ihrem Bachelorstudium als bei den Universitätsabsolventen.

Die Befragung

Insgesamt beteiligten sich an der Befragung 624 Absolventen und Studierende im 7. Semester an den Universitäten in Aachen, Berlin (FU), Bielefeld, Bochum, Braunschweig, Chemnitz, Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt, Freiburg, Gießen, Göttingen, Hamburg, Heidelberg, Hildesheim, Jena, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Saarbrücken, Trier, Wuppertal sowie den Fachhochschulen Magdeburg-Stendal (FH) und Hochschule Harz (FH).

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Dirk Wentura
Universität des Saarlandes
Fachrichtung Psychologie
Tel. +49-681-3024642
Fax +49-681-3024049
Email <link>wentura@mx.uni-saarland.de
Homepage <link http: www.uni-saarland.de fak5 excops transfer index.php extern>www.uni-saarland.de/fak5/excops/transfer/index.php