Pressemitteilung zum Bildungsgipfel

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Pressemitteilung zum Bildungsgipfel

Empfehlungen zum Lehramtscurriculum

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie definiert aus psychologischer Sicht ein Minimalprogramm dessen, was angehende Lehrer/in zur effektiven Gestaltung des Unterrichts und für ihre weiteren Aufgaben in Erziehung und Schule wissen sollten.

 

Der psychologische Anteil des Lehramtsstudiums gehört zusammen mit Pädagogik und Fachdidaktik zu dem Kern dieses Berufs. Eine Verbesserung der Lehrerausbildung, wie sie von der Politik angemahnt und unstrittig erforderlich ist, muss hier ansetzen. „Es ist höchste Zeit, die Lehrerbildung insgesamt und die notwendigen psychologischen Kompetenzen für diesen Beruf aus ihrem Schattendasein zu holen“, sagt die Präsidentin der DGPs, Professor Ursula M. Staudinger. „Wie man eine förderliche Lernumgebung gestaltet, aber auch, wie man als Lehrer/in Burn-out vermeidet, sind Beispiele dafür wie Psychologie das Lehren und Lernen befördert.“

 

Aus wissenschaftlich-psychologischer Sicht sollten Lehrer/in Kenntnisse in vier Bereichen haben:

  • wie Lern- und Lehrprozesse ablaufen, etwa Denken und Wahrnehmung, Aufmerksamkeitssteuerung, Motivation und Selbststeuerung,
  • wie die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verläuft und welche Unterschiede es zwischen ihnen gibt,
  • wie sich der Lern- und Entwicklungsstand messen lässt,
  • wie Probleme in Entwicklung und Lernen behoben werden können.

 

Das psychologische Angebot, das sich über die Teildisziplinen Allgemeine, Differentielle und Pädagogische Psychologie, Sozial- und Entwicklungspsychologie erstreckt, sollte auf den spezifischen Bedarf von Lehrer/innen zugeschnitten sein. Um das zu gewährleisten, sollten die Veranstaltungen im Studium einem exklusiven Nebenfach „Psychologie für Lehramtsstudierende“ entstammen. Sie sollten ausschließlich von Hochschullehrer/innen der Psychologie gelehrt werden, um die inhaltliche Qualität zu sichern. Entsprechende Kapazitätszuweisungen sollten über die genannten Teildisziplinen verteilt werden.

 

Als zeitlichen Minimalaufwand hat die Deutsche Gesellschaft für Psychologie 12 SWS identifiziert. Nur in wenigen Hochschulen wird dieses jedoch zurzeit geleistet. Einer Erhebung der DGPs zufolge wird besonders in der Vorbereitung auf den Gymnasialbereich sowie die Sonder- und Förderschule „an der Psychologie gespart“.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie fordert die Vertreter der Hochschulen und die Landesministerien auf, mit der Verbesserung der Lehrerbildung ernst zu machen und den psychologischen Kern zu stärken. Ohne fundierte psychologische Kenntnisse können Lehrer/innen weder angemessen unterrichten und erziehen noch zur Entwicklung der Schulen beitragen, noch bei sich selbst zu einer nachhaltigen Leistungsfähigkeit im Beruf finden.