Sind Filme die besseren Museumsführer? Das nicht, sagt der Psychologe Jörn Töpper von der privaten Universität Witten/Herdecke, aber sie sind eine erstklassige Ergänzung im didaktischen Konzept einer Ausstellung. Am Beispiel einer Präsentation zur Geschichte der Medizin erläuterte der Forscher die Vorzüge einer multimedialen Annäherung an ein eher sprödes Thema: von Beinprothesen und Glasaugen bis zu künstlichen Herzklappen. Die Resultate seiner Untersuchungen wurden auf dem 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) in Bremen vorgestellt und sie dürfen für sich in Anspruch nehmen, auch für andere, vielleicht noch reizvollere Ausstellungskonzepte zu gelten.
Story telling heißt das Schlagwort, auf das sich zur Zeit viele Einrichtungen zur Vermittlung von Wissen berufen, neben Museen auch Schulen, Vorschulen und Institute zur Erwachsenenbildung, um ihrem Stoff durch Dramaturgie und Didaktik mehr Attraktivität zu verleihen in Anlehnung an die alte Kunst der Geschichtenerzähler, die es noch verstanden, allein durch geschickt dosierte Spannung und farbige Schilderung ihr Publikum atemlos zu halten. Zum Story telling im Museum, so Töpper, gehört unbedingt die persönliche Ansprache: Ist im Film eine Person zu sehen, die den Besucher anspricht und ihm die Besonderheiten der Objekte und ihrer Präsentation aus persönlicher Perspektive erläutert, so fühlt sich der Betrachter direkt angesprochen deutlich stärker als in einem neutralen Film, der den Sachverhalt nüchtern und distanziert schildert. Wir können gar nicht anders, als sozial zu reagieren, erläutert der Wissenschaftler und unterlegt seine Ausführungen mit Bildern von Michael Ballack und Thomas Gottschalk. Es hat beinahe den Effekt einer persönlichen Begegnung, wenn wir so direkt angesprochen werden. Selbst wenn es nur in den Medien ist.
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