Eine schönere Bestätigung für unsere Arbeit hätten wir uns kaum wünschen können, kommentiert die Präsidentin der DGPs, die Bremer Alternsforscherin Ursula Staudinger. Die Auswahl belegt eindrucksvoll die Bedeutung der Psychologie innerhalb der Lebens- und Humanwissenschaften und ganz allgemein: ihr Potenzial für Exzellenz und Innovation in der Wissenschaft.
Zu den Leibniz-Preisträgern 2010 gehört der Schlafforscher Jan Born, 51, der an der Universität Lübeck erforscht, wie sich im Schlaf das Gedächtnis festigt und Probleme bearbeitet und gelöst werden. Born gilt als der erste Wissenschaftler, der einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Schlaf und Lernen nachwies.
Ebenfalls ausgezeichnet wird der Alternsforscher Ulman Lindenberger, 49. In einer eindrucksvollen Fülle von Studien zeigte der Direktor des Max Planck Instituts für Bildungsforschung in Berlin die Möglichkeiten und Grenzen geistiger Leistung im Alter auf. Dabei wies der Entwicklungspsychologe nach, dass geistige Beweglichkeit nicht notwendigerweise mit den Jahren nachlässt, sondern in hohem Maße von Übung und Routine, von Motivation und sozialen Faktoren abhängig ist.
Der dritte Leibniz-Preisträger 2010 aus dem Umfeld der Psychologie ist der Neurowissenschaftler Stefan Treue, 46. Der Direktor des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen zeigte in seinen Studien die Zusammenhänge von Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Hirnaktivität auf und lieferte damit wichtige Grundlagen nicht nur für die Hirnforschung, sondern auch für die Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen etwa in der Neurologie, der Psychiatrie und der klinischen Psychologie.
Der Leibniz-Preis wird seit 1986 alljährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für Spitzenleistungen in der Forschung verliehen. Er ist dotiert mit einem Preisgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro, das der Preisträger in den folgenden sieben Jahren nach eigenen Vorstellungen für die Forschung ausgeben kann. So viel Freiheit ist rar doch skizzierte der Preisträger Stefan Treue seine Vorstellungen wissenschaftlicher Forschung mit einem Bekenntnis zur Zusammenarbeit: Internationale Spitzenforschung können wir heute nur in einem fachübergreifend zusammengesetzten Team mit multidisziplinären Methoden leisten.
Kontakt:
Prof. Dr. Ursula M. Staudinger
Jacobs University Bremen
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