I. Ausgangspunkt
Die internationale Wissenschaftskooperation findet englischsprachig statt. Dies gilt weitgehend auch für die deutsch-französische und deutsch-italienische wissenschaftliche Zusammenarbeit. Für die Naturwissenschaften mag dies selbstverständlich und kein Thema besonderen Nachdenkens sein. Die Geistes- und Sozialwissenschaften jedoch sind kultur- und sprachbezogen und gebunden. Sprache und Kultur sind nicht nur ihr Gegenstand, sondern vermittelt über den Forschungsprozess in sie eingewoben.Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Intensivierung der englischsprachig organisierten europäischen Forschungskooperation nur begrenzt zu einer Vertiefung und Aus-weitung der Kooperation zwischen deutschen und französischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einerseits, deutschen und italienischen Partnern andererseits geführt hat. (In den genannten drei Ländern ist der Wissenschaftsbetrieb - anders als in manchen kleineren europäischen Ländern - zumindest in den Geistes- und Sozialwissenschaften ausschließlich nationalsprachig organisiert ist.)
Selbstverständlich bestehen vielfältige Kontakte und Kooperationen zwischen einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder auch wie etwa in den Altertumswissenschaften oder der Kunstgeschichte in ganzen Fachgebieten. Dennoch ist für die Geistes- und insbesondere auch die Sozialwissenschaften insgesamt festzustellen, dass für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Austausch und die Netzwerkbildung zwischen Deutschland, Frankreich und Italien alles andere als selbstverständlich ist.
II. Zielsetzung
Der forschungsbezogene Austausch und die Netzwerkbildung zwischen deutschen, französischen und italienischen Geistes- und Sozialwissenschaftlern soll gefördert werden. Besonderes Interesse gilt dabei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Karrierephase. Sie sollen Gelegenheit erhalten, Forschungskooperationen zu entwickeln, die über den Einzelanlass hinaus Bestand haben.III. Programm:
DFG/Villa Vigoni/Maison des Sciences de lHomme-Forschungskonferenzen in den Geistes- und Sozialwissenschaften
- Die DFG/VV/MSH-Forschungskonferenzen finden in der Regel in der Villa Vigoni statt.
- Träger der Forschungskonferenzen sind: die DFG, die Villa Vigoni und die MSH.
- Die Forschungskonferenzen sind für alle Themen der Geistes- und Sozialwissenschaften offen. Sie dienen der Besprechung und Bearbeitung gemeinsam interessierender Forschungsfragen und der Vorbereitung gemeinsamer Forschungsvorhaben.
- Die Konferenzen beschränken sich nie auf eine einzige Veranstaltung. Jeder Vorschlag für eine Forschungskonferenz muss mindestens zwei Treffen vorsehen, die in der Regel im Jahresabstand stattfinden. Der Teilnehmerkreis bleibt identisch. Die Zeit zwischen den Treffen dient dazu, im unmittelbaren Kontakt zwischen einzelnen Teilnehmern das verabredete Arbeitsprogramm voranzutreiben. Für jede Forschungskonferenz können bis zu drei Treffen zugesagt werden, sodass die Initiatoren von Anfang an über entsprechende Planungssicherheit verfügen. Grundlage zur Entscheidung darüber ist der Antrag für eine Forschungskonferenz, der die Thematik, die Zielstellung, die Zahl der Treffen und das beabsichtige Arbeitsprogramm zwischen den Treffen spezifizieren soll.
- Der Antrag für eine Forschungskonferenz muss von mindestens zwei Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern aus mindestens zwei der drei beteiligten Länder gestellt werden.(D.h., es sind auch bilaterale Konferenzen möglich.) Die Teilnahme ist nicht auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den drei Ländern beschränkt.
- Für die Finanzierung gilt, dass in der Regel jedes Land die eigenen Teilnehmer finanziert.
- Der Teilnehmerkreis einer jeden Forschungskonferenz muss auch Nachwuchs-wissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler enthalten. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler werden ausdrücklich eingeladen, eigenständig Forschungskonferenzen zu konzipieren.
- Die Forschungskonferenzen finden in der Regel in den drei Landesprachen statt.
- Die
DFG/VV/MSH-Forschungskonferenzen in den Geistes- und Sozialwissenschaften
werden von einem Steuerungsgremium begleitet. Das Steuerungsgremium trifft die Auswahl aus den eingegangenen Vorschlägen für Forschungskonferenzen. Dem Steuerungsgremium gehören jeweils zwei Vertreter der drei Länder an.
IV. Weitere Perspektiven
Die Fortführung der wissenschaftlichen Kooperation zwischen den Mitgliedern einer Forschungskonferenz kann von den drei Partnerorganisationen mit ihren vorhandenen Instrumenten unterstützt werden. Insbesondere wird auf die Fördermöglichkeiten und Programme zur internationalen Forschungskooperation der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Fondation Maison des Sciences de lHomme hingewiesen.
Hinweise zur Antragstellung und Kontaktadressen
A. Hinweise zur Antragstellung
Anträge zur Förderung von Forschungskonferenzen sollen - sofern in Deutschland tätige Wissenschaftler beteiligt sind - in fünf Exemplaren an das fachlich zuständige Fachreferat der DFG gerichtet werden. Die Geschäftsstelle der DFG reicht je ein Antragsexemplar an die Partnerorganisationen weiter.
Der Antrag soll Auskunft über folgende Punkte geben:
- die Thematik der Forschungskonferenz einschließlich ihrer Einordnung in die aktuelle wissenschaftliche Diskussion;
- die mit der Forschungskonferenz verfolgte Zielsetzung (z.B. Vorbereitung gemeinsamer Forschungsvorhaben; Erarbeitung einer gemeinsamen Publikation ect.);
- die vorgesehenen Teilnehmer der Forschungskonferenz;
- die vorgesehenen Arbeitsformen, wobei insbesondere die Zahl der Treffen (zwei oder drei) und ihre Funktion zu spezifizieren sind;
- die üblichen Informationen zu Ort, Zeitpunkt und Dauer der einzelnen Treffen .
B. Kontaktadressen:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Kennedyallee 40
53175 Bonn
Tel.: 0228/885-1
Fax: 0228/885-2777
Für Beratung und weitere Informationen mit Bezug auf konkrete Initiativen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Fachreferate, für allgemeine Auskünfte an
Dr. Manfred Nießen (Tel.: 0228/885-2393; E-mail: Manfred.Nießen@dfg.de) oder
Christoph Mühlberg (Tel.: 0228/885-2460; E-mail: Christoph.Mühlberg@dfg.de )
Villa Vigoni
Generalsekretär Prof. Dr. Aldo Venturelli
Via Giulio Vigoni, 1 (Loveno)
I-22017 Menaggio (CO)
Tel.: 0039-0344/36111
Fax: 0039-0344/361210
E-mail: segreteria@villavigoni.it
http:www.villavigoni.it
Fondation Maison des Sciences de l`Homme
Dr. Hinnerk Bruhns
Directeur de recherche au CNRS. Adjoint à l`Administrateur de la Maison des Sciences de l`Homme.
54, boulevard Raspail, F-75270 Paris cedex 06.
Tél. 0033 /1 49 54 21 87/88
Fax. 0033/1 49 54 21 33
