
In seiner Forschung beschäftigt sich Benjamin Hilbig mit einer großen Bandbreite an Themen aus der Kognitiven und Mathematischen Psychologie, Persönlichkeitspsychologie, Sozialpsychologie, Verhaltensökonomie, und Diagnostik. Der gemeinsame inhaltliche Nenner vieler Arbeiten ist die Entscheidungsforschung. Dabei sind Entscheidungen einerseits ein zentraler Forschungsgegenstand, wie beispielsweise in seinen international viel beachteten Arbeiten zur mathematischen Modellierung und Messung kognitiver Prozesse bei Entscheidungen unter Risiko und Urteilen unter Unsicherheit. Andererseits dienen Entscheidungen auch als methodologisches Werkzeug: In solchen Arbeiten nutzt Benjamin Hilbig verhaltensökonomische Entscheidungen, um aktuelle Persönlichkeitstheorien anhand von Verhalten konsequent zu überprüfen und somit gewissermaßen Verhaltensökonomie, Sozial- und Persönlichkeitspsychologie zusammenzubringen. Gemeinsam mit Forscherkollegen hat Benjamin Hilbig aktuell mehrere viel beachtete Arbeiten zum Persönlichkeitsmerkmal „Ehrlichkeit" sowie zum „bösen Persönlichkeitsfaktor" publiziert (darkfactor.org).
Die Arbeiten von Benjamin Hilbig zeichnen sich durch einen kreativen Forschungsansatz aus, in dem er, von Simulationsstudien über Reaktionszeitexperimente bis zu längsschnittlichen Korrelationsstudien, unterschiedliche Methoden einsetzt, um ein Problem von allen Seiten zu beleuchten. Die konsequente Verwendung mathematischer Modelle zur Erfassung kognitiver Prozesse oder genaueren Schätzung bestimmter Verhaltensweisen ist ein weiteres Markenzeichen von Benjamin Hilbigs stetig wachsendem Forschungsprogramm. Die Jury und der Vorstand der DGPs heben in ihrer Laudatio hervor, dass ihm auf diese Weise wichtige Einsichten zur Präzisierung psychologischer Theorien gelingen.
Die Bedeutung des Forschungsprogramms von Benjamin Hilbig zeigt sich auch darin, dass seine Arbeiten in hochrangigen internationalen Fachzeitschriften publiziert werden. Wissenschaftler aus der ganzen Welt haben bei ihrer Arbeit auf die Veröffentlichungen von Benjamin E. Hilbig zurückgegriffen und seine Ideen diskutiert, was sich in hohen Zitationsraten niederschlägt. „Benjamin Hilbig hat mit seinen Arbeiten weiterführende methodische und theoretische Ideen in die wissenschaftliche Diskussion eingebracht, immer wieder inhaltliche und methodologische Brücken zwischen verschiedenen Disziplinen geschlagen und somit wirksam zur Einheit der Psychologie beigetragen“ sagt Conny H. Antoni.

Preisträger Benjamin Hilbig (rechts) mit DGPs-Präsident Conny Antoni
Der Preisträger
Benjamin E. Hilbig hat an der Universität Bonn Psychologie studiert und dort 2007 sein Diplom abgelegt. Nach Abschluss seiner Promotion 2009 an der Graduate School of Economic and Social Sciences an der Universität Mannheim war er als Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Gemeinschaftsgüter in Bonn beschäftigt, bevor er 2011 Juniorprofessor für Urteils- und Entscheidungsforschung an der Universität Mannheim wurde. Seit 2014 hat er die Professur für Kognitive Psychologie an der Universität Koblenz-Landau inne.
Der Charlotte- und Karl-Bühler-Preis:
Mit dem Charlotte- und Karl-Bühler-Preis sollen jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet werden, deren wissenschaftliches Werk den Rang eines Forschungsprogramms erreicht hat, das bereits ein Forschungsgebiet der Psychologie beeinflusst und möglicherweise Auswirkungen auf Nachbargebiete gezeigt hat. Ausgezeichnet werden soll ein noch in der Entwicklung befindliches Programm. Der Preis, der alle zwei Jahre einmal verliehen wird, hat zum Ziel, Geleistetes zu honorieren und Anreiz für weitere hervorragende Arbeiten zu sein. Er ist mit 1000 Euro dotiert.
Pressekontakt:
Dr. Anne Klostermann
Pressereferentin der DGPs
E-Mail: pressestelle@dgps.de
Tel.: 030 280 47718
<link fileadmin documents kongresse preistraeger_2018 dgps-pressemitteilung_benjamin_hilbig.pdf _blank download file>Pressemitteilung (PDF)
<link fileadmin documents kongresse preistraeger_2018 hilbig_bu__hler_2018_laudatio_bv.pdf _blank download file>Laudatio (PDF)
