Die Einführung eines neuen Computerprogramms im Betrieb veranlasste danach ältere Arbeitnehmer signifikant weniger häufig als erwartet, sich zurückzuziehen oder zu resignieren. Vielmehr setzten sie sich aktiv mit der neuen Aufgabe auseinander, suchten Information über das neue Programm und aktivierten ihre größere Erfahrung im Umgang mit unbekannten Herausforderungen. Dabei erlebten sie weniger Stress und arbeiteten effizienter als jüngere Kollegen.
Die Resultate stellen psychologische Theorien in Frage, denen zufolge primäre, also auf die Veränderung von Stressfaktoren in der Umwelt gerichtete Kontrolle vom mittleren Erwachsenenalter an zunehmend durch sekundäre Kontrolle ersetzt werden, also Mechanismen, den Stress auszublenden oder zu beschönigen, Bestätigung im Vergleich zu anderen Kollegen zu suchen oder eine gute Seite an der Situation zu sehen. Ältere haben mehr Ressourcen, fasste die Psychologin zusammen. Sie setzen ihre größere Erfahrung ein und reagieren ausgebufft. Das Bild vom resignierenden Alten am Arbeitsplatz muss dringend revidiert werden.
Kontakt: Cornelia Rauschenbach rauschenbach@--no-spam--uni-muenster.de, Anna Grube & Guido Hertel
Homepage des Projekts: http://wwwpsy.uni-muenster.de/Psychologie.inst3/orgpsy/research/ProjektAgingWorkforce.html
