Ausgebufft oder ausgepowert? Ältere haben weniger Stress

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Ausgebufft oder ausgepowert? Ältere haben weniger Stress

Wie verhalten sich ältere Arbeitnehmer bei Stress im Beruf? Wie gehen sie mit neuen Anforderungen um? Die Psychologin Cornelia Rauschenbach von der Universität Münster untersuchte eine Stichprobe von 708 fest angestellten Mitarbeitern unterschiedlichen Alters - und stellte dabei in ihren Resultaten verbreitete Annahmen über das Alter in Frage. Die Aufsehen erregenden Resultate ihrer Forschungsarbeit stellte sie jetzt auf dem 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) in Bremen vor.

Die Einführung eines neuen Computerprogramms im Betrieb veranlasste danach ältere Arbeitnehmer signifikant weniger häufig als erwartet, sich zurückzuziehen oder zu resignieren. Vielmehr setzten sie sich aktiv mit der neuen Aufgabe auseinander, suchten Information über das neue Programm und aktivierten ihre größere Erfahrung im Umgang mit unbekannten Herausforderungen. Dabei erlebten sie weniger Stress und arbeiteten effizienter als jüngere Kollegen.

 

Die Resultate stellen psychologische Theorien in Frage, denen zufolge primäre, also auf die Veränderung von Stressfaktoren in der Umwelt gerichtete Kontrolle vom mittleren Erwachsenenalter an zunehmend durch sekundäre Kontrolle ersetzt werden, also Mechanismen, den Stress auszublenden oder zu beschönigen, Bestätigung im Vergleich zu anderen Kollegen zu suchen oder eine gute Seite an der Situation zu sehen. „Ältere haben mehr Ressourcen“, fasste die Psychologin zusammen. „Sie setzen ihre größere Erfahrung ein und reagieren ausgebufft. Das Bild vom resignierenden Alten am Arbeitsplatz muss dringend revidiert werden.“

 

Kontakt: Cornelia Rauschenbach rauschenbach@--no-spam--uni-muenster.de, Anna Grube & Guido Hertel

 

Homepage des Projekts: http://wwwpsy.uni-muenster.de/Psychologie.inst3/orgpsy/research/ProjektAgingWorkforce.html