In tiefer Trauer: Nachruf auf Bernd Strauss

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In tiefer Trauer: Nachruf auf Bernd Strauss

Nachruf auf Prof. Dr. Bernd Strauß

Die Fachgruppe Sportpsychologie der DGPs trauert um Prof. Dr. Bernd Strauß, der am 27. September 2026 verstorben ist. Mit ihm verliert sie einen ihrer Mitbegründer, einen ihrer wichtigsten Wegbereiter und einen Wissenschaftler, der die Entwicklung der Sportpsychologie auf nationaler und internationaler Ebene über Jahrzehnte entscheidend geprägt hat. Dabei war er besonders wichtig für die Gründung der Fachgruppe Sportpsychologie innerhalb der DGPs: 

Am 5. Juni 2014 beantragte Bernd Strauß gemeinsam mit Henning Plessner, Markus Raab und Claudia Voelcker-Rehage beim Vorstand der DGPs erfolgreich die Einrichtung einer Fachgruppe Sportpsychologie, die sich im Mai 2015 in Freiburg gründete. 

Der damalige Antrag spiegelte Anliegen wider, für die Bernd Strauß persönlich stand: die feste Verankerung der Sportpsychologie in ihrer Mutterwissenschaft und im internationalen Kontext, die Verbesserung der Forschungsförderung und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit anderen psychologischen Teildisziplinen. Von der Fachgruppe, so heißt es im Antrag, seien wichtige Impulse nicht nur für die Sportpsychologie, sondern auch für die akademische Psychologie in Forschung und Lehre zu erwarten. 

Und es kam, wie von Bernd Strauß erwartet: Die Sportpsychologie ist seither gewachsen, hat sich als wissenschaftlich anerkanntes und vielfältig vernetztes Fachgebiet weiter etabliert. Dass diese Entwicklung so verlaufen ist, ist maßgeblich durch Bernd Strauß’ großes professionelles und freundliches Engagement bedingt. Über viele Jahre hinweg hat er wissenschaftliche Strukturen aufgebaut, Menschen und Institutionen miteinander verbunden und sich dafür eingesetzt, der Sportpsychologie in Forschung und Lehre das Gewicht zu verschaffen, das ihr gebührt. 
Nur zwei Beispiele für dieses Wirken seien genannt: Bernd Strauß war Gründungsherausgeber unseres und der asp´ Journals of Applied Sport and Exercise Psychology (früher Zeitschrift für Sportpsychologie) und über ein Jahrzehnt als Editor-in-Chief der internationalen Fachzeitschrift Psychology of Sport and Exercise tätig. Zahlreiche weitere wissenschaftliche und institutionelle Leistungen Bernd Strauß’ würdigt der Nachruf der Universität Münster.

Bernd Strauß agierte in unterschiedlichen Rollen stets auf der Basis seines wissenschaftlichen Selbstverständnisses. Sein Ziel war es, die Sportpsychologie wissenschaftlich seriös zu halten und weiterzuentwickeln – in der Forschung, in der Lehre und beim Transfer in die Sportpraxis, die ihm wichtig war. Dafür trat er konsequent und geradlinig ein, getragen von einem starken Wertesystem und einem hohen Anspruch an wissenschaftliche Qualität.

Wie mir andere Mitbegründer der Fachgruppe Sportpsychologie bestätigen, konnte man mit Bernd sehr gut und hart argumentieren. Er vertrat seine Positionen klar und beharrlich und scheute den Widerspruch nicht. Wissenschaft bedeutete für ihn auch, Begriffe zu klären, Argumente zu prüfen und gemeinsam um die bessere Antwort zu ringen. Gerade deshalb war er für viele von uns ein so wichtiger Gesprächspartner und für seine zahlreichen Doktorand:innen ein ausgezeichneter Mentor; ein verlässliches Gegenüber. Henning Plessner, mit dem Bernd Strauß die Fachgruppe mitbegründete, bringt es in einem Satz auf den Punkt: „Bernd steht für alles Gute, was es in der Sportpsychologie gibt.“

Seine Stimme, seine Klarheit, sein wissenschaftliches Urteil und seine Bereitschaft, Verantwortung für das Fach zu übernehmen, werden uns sehr fehlen. Zugleich hinterlässt er Überzeugungen und Maßstäbe, an denen wir uns weiterhin orientieren können. 

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Menschen, die ihm nahestanden.

Für die Leitung der Fachgruppe Sportpsychologie,
Prof. Dr. Julia Schüler