Psychotherapie, Klinik, Gesundheitswesen

Ein großer Teil der Psycholog:innen in diesem Bereich arbeiten als approbierte Psychotherapeut:innen in Krankenhäusern oder eigenen Praxen, als Klinische Neuropsycholog:innen oder in der klinisch orientierten Beratung. Es gibt aber auch eine Reihe von Tätigkeiten im Gesundheitssektor, für die eine Ausbildung in Psychotherapie nicht zwingend notwendig ist.

Psychologische Psychotherapeut:innen behandeln Menschen mit psychischen Störungen, wie zum Beispiel Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen oder Schizophrenie. Psychologische Psychotherapeut:innen diagnostizieren psychische Störungen, planen, dokumentieren und beantragen die dazugehörigen Therapien und behandeln ihre Patient:innen einzeln oder in Therapiegruppen. Dabei arbeiten sie mit anderen Berufsgruppen im Gesundheitssektor, zum Beispiel mit Ärzt:innen, Sozialarbeiter:innen und Krankenpfleger:innen, zusammen.
Psychologische Psychotherapeut:innen können als niedergelassene Therapeut:innen in eigenen Praxen arbeiten, aber auch in Krankenhäusern, Reha-Zentren, Psychosomatischen Kliniken, Hochschulambulanzen etc. angestellt sein.
Psychologische Psychotherapeut:innen haben den Bachelor und Master in Psychologie absolviert oder – nach der alten Studienordnung – Psychologie auf Diplom studiert. Im Anschluss daran haben sie eine Ausbildung in Psychologischer Psychotherapeutie mit abschließendem Staatsexamen in einer der drei gesetzlich anerkannten Fachrichtungen (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie oder Psychoanalyse) gemacht. Diese Ausbildung ist notwendig, um als approbierte:r Psychologische:r Psychotherapeut:in arbeiten zu können.

Neben der Psychologischen Psychotherapie für Erwachsene gibt es auch die Spezialisierung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter sind keine Seltenheit. Man geht davon aus, dass etwa jedes fünfte Kind beziehungsweise jede:r fünfte Jugendliche an einer psychischen Störung leidet, wie zum Beispiel Angststörungen oder ADHS, die behandlungsbedürftig ist. Auch hierfür ist eine Ausbildung im Anschluss an das Studium erforderlich, die ebenfalls mit der Approbation abschließt. Die Therapeut:innen lernen während der Ausbildung speziell auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zugeschnittene Therapiemethoden. Später arbeiten sie entweder in eigenen Praxen, in Krankenhäusern oder in Beratungseinrichtungen.

In der neuropsychologischen Forschung wird der Zusammenhang zwischen Hirnfunktionen und Verhalten unter besonderer Berücksichtigung klinischer Störungen (wie Sprachstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Neglect) untersucht. In der neuropsychologischen Therapie werden Patient:innen behandelt, die Schädigungen des Gehirns (z.B. durch Unfälle, Schlaganfälle oder andere Krankheiten) erlitten haben. In der Therapie kommen Methoden und Trainings zum Einsatz, mit denen die Auswirkungen der Schädigung gezielt behandelt werden können.
Neuropsycholog:innen arbeiten dabei mit Neurolog:innen, Mediziner:innen, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeut:innen zusammen. Sie arbeiten häufig in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen, manchmal aber auch in eigenen ambulanten Praxen. Neuropsychologische Therapien beginnen meist in den Kliniken oder Reha-Einrichtungen während der stationären Behandlung einer hirnorganischen Schädigung. Ambulante neuropsychologische Therapien können nach Überweisung durch Ärzt:innen (z.B. bei MS oder leichter Demenz) oder im Anschluss an eine stationäre Behandlung durchgeführt werden.
Für Psycholog:innen mit Master- oder Diplomabschluss gibt es die Möglichkeit, eine Fachweiterbildung zum Klinischen Neuropsychologen (GNP) zu absolvieren.

Neben der Heilung oder Linderung von psychischen und somatischen Krankheitssymptomen ist der präventive Bereich, d.h. die Vermeidung von Störungen oder die Reduktion der Folgen bereits eingetretener Störungen, ein zunehmend wichtiges Arbeitsfeld. Dazu gehört z.B. die Entwicklung von Programmen zur Stressbewältigung oder die Beratung und Betreuung von adipösen Patient:innen hinsichtlich einer Umstellung ihrer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

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