User Experience and Usability Researcher

Fragen zur wissenschaftlichen Ausbildung

1. In welchem Fachgebiet haben Sie promoviert?
Ich habe am Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre an der Universität Trier bei Prof. Christian Frings promoviert.

2. Was war das Thema Ihrer Dissertation?
Während meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter habe ich zu multisensorischer, selektiver Aufmerksamkeitssteuerung geforscht. Im Besonderen habe ich mich mit dem Zusammenspiel von Top-Down und Bottom-Up Faktoren bei multisensorischer Aufmerksamkeitssteuerung beschäftigt.

3. Wann wurde Ihnen klar, dass Sie eine Karriere außerhalb der Universität anstreben möchten?
Die Entscheidung, mich außerhalb der Universität um einen Job zu bemühen, habe ich erst nach meiner Dissertation getroffen. Allerdings hatte ich schon während meiner Promotionszeit Stellenausschreibungen in der Industrie verfolgt um mir über alternative Berufswege ein Bild zu machen.

Fragen zu aktuellen beruflichen Tätigkeit

1. Wer ist Ihr Arbeitgeber?
Derzeit bin ich bei der Allround Team GmbH in Köln beschäftigt und arbeite als Agency im Produktentwicklungszentrum von Ford of Europe, HMI.

2. Was für eine berufliche Tätigkeit üben Sie derzeit dort aus?
Im HMI Team bin ich als User Experience und Usability Researcher beschäftigt.

3. Welche Aufgaben sind mit dieser Tätigkeit verbunden?
Zu meinen Aufgaben gehört es, die Entwicklung neuer Cockpitkonzepte zu unterstützen und durch User Research Events den Nutzer ins Zentrum der Entwicklung zu rücken. Im Sinne einer menschzentrierten Produktentwicklung ist kontinuierliche Nutzerfeedback unerlässlich. Beginnend mit dem ‚User Requirements Capturing‘ zu Projektstart, über iterative Prototypen-Untersuchungen bis zu den abschließenden Usability-Tests, ist es meine Aufgabe die entsprechenden  Untersuchungen zu konzipieren, zu analysieren und die Ergebnisse ans Team zurückzugeben.

4. Welche Fertigkeiten, die Sie während Ihrer Zeit als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in an der Universität erworben haben, sind wesentlich für Ihre aktuelle Tätigkeit?
Neben den Vorträgen auf Fachkonferenzen haben selbstverständlich die vielen Experimente während meiner Promotion, meine praktisch-methodischen Skills verfeinert und mich für die aktuelle Stelle weiter qualifiziert. Auch die vertieften Kenntnisse der Kognitionspsychologie sind sicher hilfreich und wertvoll (e.g. Selektive Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis). Allerdings halte ich die Fähigkeit, abstrakte Projektziele, selbstständig in konkrete Research Projekte zu übersetzen und dafür Verantwortung zu übernehmen, für die mit Abstand wichtigste Fähigkeit.

5. Ist eine Promotion notwendig für Ihre aktuelle Tätigkeit?
Nein.

6. Ist eine Promotion empfehlenswert für Ihre aktuelle Tätigkeit?
Ja. Falls ja, bitte näher begründen: Ganz nüchtern betrachtet bin ich davon überzeugt, dass der Doktortitel es leichter gemacht zu Bewerbungsgespräche eingeladen zu werden. Bei entsprechendem Verhandlungsgeschick wird die Zeit an der Uni auch als Berufserfahrung anerkannt und kann sich finanziell auszahlen. Meiner Meinung nach sind das zwar nette Effekte, sollten aber bei der Entscheidung zur Promotion nur eine untergeordnete Rolle spielen.


Fragen zur Jobsuche

1. Wo haben Sie sich über Jobs „außerhalb der Universität“ informiert?
Die wichtigste Quelle für mich war ganz klar das Internet, noch präziser www.indeed.de. Ich habe auch die anderen Portale ausprobiert (Xing, Monster, Academics, Hogrefe), für nicht-akademische bzw. nicht-klinische Jobs hat mir indeed aber mit Abstand am besten gefallen.

2. Wie sind Sie an Ihren aktuellen Job gelangt?
www.indeed.de

3. Hat Sie Ihr Doktorvater bzw. Ihre Doktormutter bei der Jobsuche unterstützt?
Nein.

4. Welche Tipps oder Empfehlungen zur Jobsuche würden Sie anderen mitgeben?
Ich war zu pessimistisch bzgl. meiner Berufschancen außerhalb der Wissenschaft. Man sollte sich nicht zu sehr sorgen, es gibt wirklich viele Beschäftigungsfelder für Kognitionspsychologen, insbesondere im User Research / Usability Bereich. Meiner Einschätzung nach wird durch die fortschreitende Digitalisierung der Bedarf an gut ausgebildeten Experimentalpsychologen weiter steigen. Allerdings sollte erwähnt werden, dass wir auch über eine „Nische“ sprechen und nicht jeder Standort in Deutschland die gleichen Berufschancen bietet. Eine gewisse räumliche Flexibilität kann daher erforderlich sein.


Kontakt:
Frank Mast (mastfrank1(at)googlemail.com)



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