Open-Science-Workshop für Nachwuchswissenschaftler/innen am 16.09.2018 an der Goethe-Universität in Frankfurt

Organisation

Am 16. September 2018 fand im Vorfeld des 51. DGPs-Kongresses an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main ein Open-Science-Workshop für Nachwuchswissenschaftler_innen statt. Getragen wurde der Workshop von der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Organisiert wurde der von 17 Teilnehmern besuchte Kurs von der Vertretung der Jungwissenschaftler_innen der Fachgruppe Entwicklungspsychologie (Jan-David Freund & Ina Faßbender) und geleitet wurde er von Jun.-Prof. Dr. Malte Elson (Ruhr-Universität Bochum).

 

Inhalte Vormittag 

Am Vormittag führte Malte Elson die Teilnehmer_innen in interaktiver Form in das Workshopthema ein. Es wurden fragwürdige Forschungspraktiken gesammelt und diskutiert. Während bei vielen davon offensichtlich war, warum diese den wissenschaftlichen Wert von Studien konterkarieren, gab es auch einige Praktiken, die den Teilnehmern bislang eher als praktische Empfehlungen begegnet waren. Großes Erstaunen weckten auch die vorgestellten Befunde zur Verbreitung und Tragweite der zweifelhaften Techniken. Malte Elson illustrierte anhand einer publizierten Studie, dass die Probleme häufig erst bei genauer Betrachtung der verwendeten Maße und Methoden offenbar werden. So gelang es den Workshopteilnehmer_innen nicht einmal in der Hälfte der Fälle, die Items der publizierten Studie dem richtigen der beiden zentralen Konstrukte zuzuordnen.

 

Workshop-Lunch

In der Mittagspause wurden alle Teilnehmer_innen und der Referent zum Brunchbuffet in das Restaurant „Strum und Drang“ auf dem Campus Westend eingeladen. Hier bot sich die Möglichkeit zum informellen Austausch.

 

Inhalte Nachmittag

Nach der Mittagspause ging es um Lösungsansätze und insbesondere darum, wie die wissenschaftliche Gemeinschaft den fragwürdigen Forschungsmethoden einen Riegel vorschieben könnte. Verschiedene Formate von Open Science wie Präregistrierung und Registered Reports wurden besprochen und ein Tool zum Erkennen inkonsistenter Tests in Manuskripten vorgestellt und ausprobiert. Dabei ergaben sich auch immer wieder Diskussionen über Konzepte von Wissenschaft und Erkenntnis sowie über erlebte und antizipierte praktische Hindernisse bei der Umsetzung der Ansätze (wie zu kurze Projektlaufzeiten und zu hohe Erwartungen an die Menge und Geschwindigkeit von Publikationen). Dabei betonte Malte Elson, dass in vielen Studien eigentlich explorativ und nicht konfirmatorisch geforscht werde und dass das Problem in diesen Fällen vor allem in der falschen Darstellung und Überinterpretation der Ergebnisse bestehe.

 

Dank

Wir danken vor allem Jun-Prof. Dr. Malte Elson für seine sympathische und professionelle Leitung des Workshops mit den vielen Möglichkeiten für Rückfragen und zur Interaktion und Diskussion. Ebenso danken wir der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie für die finanzielle Unterstützung. Schließlich bedanken uns bei allen Teilnehmer_innen für ihre lebhafte Beteiligung und die angenehme Atmosphäre.

 

Jan-David Freund & Ina Faßbender

 


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