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Jochen Gebauer erhält den Charlotte- und Karl-Bühler-Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychologie

16.09.2020

Für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Selbstkonzeptforschung verleiht die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) den diesjährigen Charlotte- und Karl-Bühler Preis an Professor Jochen Gebauer von der Universität Mannheim. „Mit Jochen Gebauer ehren wir einen höchst innovativen Wissenschaftler, der in seiner Forschung zur Struktur und den Prozessen des Selbstkonzeptes die Grenzen zwischen Persönlichkeitspsychologie und Sozialpsychologie überwindet“, erklärt DGPs-Präsidentin Birgit Spinath. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer virtuellen Sitzung am 16. September 2020 statt.

ochen Gebauer beschäftigt sich in seinem Forschungsprogramm mit dem Selbstkonzept, vereinfacht gesagt, was Menschen über sich selbst denken und fühlen.  Gemeinsam mit seinem Team erforscht er alle drei Phänomenbereiche des Selbstkonzepts: Die Semantik des Selbst (z.B. „Ich bin kompetent“, „Ich bin warmherzig“), die Valenz des Selbst (z.B. „Ich mag mich“, „Ich kann mich selbst nicht ausstehen“) und kognitive Verzerrungen des Selbst (insb. Selbstüberschätzung: „Ich bin überdurchschnittlich hilfsbereit“, auch wenn dies nicht der Wahrheit entspricht).
Jochen Gebauer hat zu diesen drei Phänomenbereichen des Selbstkonzeptes ein theoretisch innovatives Forschungsprogramm aufgebaut, das von empirischen Befunden auf höchstem methodischen Niveau getragen wird. In seiner Forschung revidiert er gängige Lehrmeinungen der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie und führt diese beiden Fächer auf überzeugende Weise zusammen.
Jochen Gebauer macht sein kontinuierlich wachsendes Forschungsprogramm zudem durch zahlreiche Veröffentlichungen in den hochrangigen Zeitschriften der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie international sichtbar. Seine Forschung wurde durch zwei Spitzenförderungsprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert, nämlich durch eine Emmy-Noether-Gruppe sowie eine Heisenberg-Professur. Er wurde für seine Forschung auch mehrfach mit nationalen und internationalen Wissenschaftspreisen ausgezeichnet.
Die Jury und der DGPs-Vorstand heben die Strahlkraft des Forschungsprogramms von Jochen Gebauer hervor, die sich sowohl innerhalb der Fachgrenzen seiner beiden Disziplinen entfaltet, als auch durch die innovative Integration von Persönlichkeits- und Sozialpsychologie über die jeweiligen Fachgrenzen hinaus. „Die Kombination seiner Forschungsstärke und seiner richtungsweisenden und teilgebietsvereinenden Herangehensweise machen ihn zu einem würdigen und verdienten Preisträger der nach Charlotte- und Karl Bühler bezeichneten Auszeichnung“, fasst DGPs-Präsidentin Brigit Spinath zusammen.

Der Preisträger

Jochen Gebauer ist Heisenberg-Professor für Kulturvergleichende Sozial- und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Mannheim, wo er zuvor auch Emmy-Noether Nachwuchsgruppenleiter war. Weitere wissenschaftliche Stationen waren die Cardiff University (Promotion bei Gregory Maio), die University of Southampton (PostDoc bei Constantine Sedikides) und die Humboldt-Universität zu Berlin (Habilitation bei Jens Asendorpf).

Der Charlotte- und Karl-Bühler-Preis

Mit dem Charlotte- und Karl-Bühler-Preis sollen jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet werden, deren wissenschaftliches Werk den Rang eines Forschungsprogramms erreicht hat, das bereits ein Forschungsgebiet der Psychologie beeinflusst und möglicherweise Auswirkungen auf Nachbargebiete gezeigt hat. Ausgezeichnet werden soll ein noch in der Entwicklung befindliches Programm. Der Preis, der alle zwei Jahre einmal verliehen wird, hat zum Ziel, Geleistetes zu honorieren und Anreiz für weitere hervorragende Arbeiten zu sein. Er ist mit 1000 Euro dotiert.

DGPs-Pressemitteilung_Buehler-Preis_Gebauer.pdf

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