Mitteilungsdetail

Stellungnahme zum Referentenentwurf der Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV)

18.02.2020

DGPs fordert Nachbesserungen

iDie Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs) begrüßt ausdrücklich die Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation. Aus Sicht der DGPs weist der aktuelle Referentenentwurf allerdings drei schwerwiegende Schwächen auf, die im Zuge der Erarbeitung des Gesetzesentwurfs zwingend überarbeitet werden müssen:
1.    Der aktuelle Referentenentwurf vernachlässigt durchgehend die Tatsache, dass im Bereich der verhaltensbezogenen Erkrankungen sowie psychischen Störungen die größte Expertise aus der Psychologie stammt und dass die Mehrzahl der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DIGA) auf klinisch-psychologischen und gesundheitspsychologischen Inhalten beruhen.
2.    Die im Referentenentwurf definierten Regelungen zum Nachweis positiver Versorgungseffekte der digitalen Gesundheitsanwendungen sind unzureichend. Sie weisen in ihrer jetzigen Form ein Risiko für Patienten- und Patientinnengruppen und für das Gesetzesvorhaben als Ganzes auf. DGPs-Präsidentin Birgit Spinath mahnt: „Es droht die Gefahr, dass unwirksame Gesundheits-Apps oder Apps mit schwerwiegenden Risiken und Nebenwirkungen den Markt überfluten und so nicht zu einer Verbesserung, sondern im Gegenteil zu einer Verschlechterung der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen beitragen.“
3.    Eine Schärfung der datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere mit a) Blick auf den internationalen Datenaustausch und b) der wissenschaftlich fundierten Weiterentwicklungsmöglichkeit von digitalen Gesundheitsanwendungen ist dringend erforderlich.

Die ausführliche Stellungnahme der DGPs kann hier abgerufen werden:


Stellungnahme_e-Health_20200217.pdf

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