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Neues Studierendenauswahlverfahren für Psychologie in Baden-Württemberg

08.01.2020

Die Universitäten Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm führen ab dem Wintersemester 2020/2021 ein neues Studierendenauswahlverfahren für den Bachelorstudiengang Psychologie ein.

Die Universitäten Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm führen ab dem Wintersemester 2020/2021 ein neues Studierendenauswahlverfahren für den Bachelorstudiengang Psychologie ein. Neben der Abiturnote kann ein Studieneignungstest künftig die Chance auf einen Studienplatz erhöhen. Für den Test ist eine Anmeldung erforderlich. Der Anmeldezeitraum startete am 7. Januar 2020 und endet am 14. Februar 2020.


Jedes Jahr ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf einen Studienplatz im Fach Psychologie weitaus höher als die Anzahl an Studienplätzen. Entsprechend hoch ist der Numerus Clausus für Psychologie. Bisher hatte das zur Folge, dass Interessierte mit weniger guten Abiturnoten fast keine Chance auf einen der begehrten Studienplätze hatten.
Eine Auswahl nur anhand der Abiturnote? Verfassungswidrig, entschied das Bundesverfassungsgericht im Dezember 2017 für Studiengänge in der Medizin und forderte, dass künftig weitere Auswahlkriterien eingesetzt werden müssen, die unabhängig von der Abiturnote den Studienerfolg vorhersagen. Das Urteil hat zur Folge, dass die Grundlagen der Studierendenauswahl neu geregelt werden müssen – und zwar nicht nur für die Medizin, sondern für viele weitere zulassungsbeschränkte Studiengänge. In Baden-Württemberg rief das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst daraufhin ein Verbundprojekt ins Leben, in dem für verschiedene Studiengänge neue Auswahlverfahren entwickelt werden. Für den Bachelorstudiengang Psychologie ist daraus ein Studierendenauswahlverfahren entstanden, das ab 2020 an den beteiligten Universitäten in Baden-Württemberg eingesetzt wird.

Online Self-Assessment und Studieneignungstest

Das Verfahren setzt sich aus dem Online Self-Assessment OSA-Psych sowie dem fachspezifischen Studieneignungstest STAV-Psych zusammen. Die Teilnahme an einem Self-Assessment ist in Baden-Württemberg verpflichtend, wenn man sich auf einen Studienplatz bewerben möchte. „Wir empfehlen allen, die sich für den Studiengang Psychologie interessieren, das OSA-Psych zu absolvieren. Damit können Interessierte schon in der Entscheidungsphase für einen Studiengang prüfen, ob das Studium den eigenen Erwartungen und Interessen entspricht“, erklärt DGPs-Präsidentin Birgit Spinath, Professorin für Pädagogische Psychologie an der Universität Heidelberg und Hauptkoordinatorin des Verbundprojektes für den Studiengang Psychologie. „Außerdem enthält das OSA-Psych Bausteine, die auf den Studieneignungstest vorbereiten.“


Der zweite Teil des Verfahrens besteht aus dem fachspezifischen Studieneignungstest STAV-Psych. Der Eignungstest besteht aus den fünf Bereichen: 1. Schlussfolgerndes Denken (verbal, numerisch und figural), 2. Mathematik, 3. Biologie, 4. Englischverständnis und 5. Psychologieverständnis. „Der Eignungstest führt zu mehr Gerechtigkeit in der Studierendenauswahl, da alle eine zweite Chance bekommen – was insbesondere denjenigen zugutekommt, die allein über ihre Abiturnote keine Aussicht auf einen Studienplatz hätten“, erklärt Birgit Spinath. Die Teilnahme am Studieneignungstest ist freiwillig. „Da der Test wesentliches Gewicht bei der Auswahl hat, wird allen Studieninteressierten dringend empfohlen, daran teilzunehmen.“

Anmeldung für STAV-Psych erforderlich

Das OSA-Psych kann ab Januar 2020 bis zum Bewerbungsschluss am 15. Juli 2020 für die Bewerbung um einen Platz im Bachelorstudiengang Psychologie online bearbeitet werden. Der Studieneignungstest STAV-Psych für das Wintersemester 2020/2021 findet an den Standorten Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm am Samstag, dem 16. Mai 2020 statt. Wichtig ist, dass für diesen Test eine vorherige Anmeldung erforderlich ist, die nur im Zeitraum vom 7. Januar 2020 bis zum 14. Februar 2020 möglich ist.

Weiterführende Informationen:

www.stav-psych.de

Kontakt bei Rückfragen:

Prof. Dr. Birgit Spinath
Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) e.V.
Professur für Pädagogische Psychologie
Psychologisches Institut
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Tel.: 06221 547355
www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/paeps/personen/spinath.html

DGPs-Pressemitteilung_20200108.pdf

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