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Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie ehrt das wissenschaftliche Lebenswerk von Reinhard Pekrun

17.09.2018

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) ehrt in diesem Jahr Professor Reinhard Pekrun, der sich über viele Jahrzehnte einen Namen in der Persönlichkeits- und Pädagogischen Psychologie an der Schnittstelle zur empirischen Bildungsforschung gemacht hat und heute zu den meist zitierten Forschern seines Faches gehört. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Persönlichkeitspsychologie und Pädagogische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Das wissenschaftliche Werk von Reinhard Pekrun zeichnet sich durch seine innovative und systematische Entwicklung von Theorien und den Einsatz vielfältiger Methoden aus“, sagt Conny Herbert Antoni, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. „Seine Forschung hat nicht nur in der wissenschaftlichen Psychologie Spuren hinterlassen, sondern auch ganz entscheidende Impulse für Interventionen in Schulen und Bildungseinrichtungen gegeben.“ Der Preis wird am 17. September 2018 auf dem 51. Kongress der DGPs an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main verliehen.

Reinhard Pekrun beschäftigt sich in seiner Forschung mit Emotion und Motivation in ihren Beziehungen zu Leistung, Persönlichkeitsentwicklung und Bildung. Er gilt als Pionier der Forschung zu Leistungsemotionen wie zum Beispiel Lernfreude, Leistungsstolz oder Prüfungsangst. Mit seinen Untersuchungen zu diesen Emotionen hat Reinhard Pekrun ein neues Forschungsfeld eröffnet, und mit seiner Kontroll-Wert-Theorie der Leistungsemotionen hat er ein theoretisches Paradigma entwickelt, dass entscheidenden Einfluss auf die nationale und internationale Forschung in diesem Feld hat. Die Theorie erklärt, welche sozialen und individuellen Bedingungen zur Entstehung von Leistungsemotionen führen und wie diese Emotionen sich auf Lernen, Problemlöseverhalten, Leistung und Persönlichkeitsentwicklung auswirken. Auf dieser Basis entwickelte Reinhard Pekrun auch diagnostische Instrumente, die eine Erfassung von Leistungsemotionen und ihre weitere Erforschung in Labor- und Feldstudien ermöglichten. 

Darüber hinaus sind vor allem seine längsschnittlichen Untersuchungen zur Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern sowie seine Beiträge zu Bildungsprojekten an Schulen und zur Erfassung von Schülerleistungen von Bedeutung. Hier ist insbesondere seine Mitarbeit in nationalen und internationalen Expertengruppen für die PISA-Studien 2003, 2006 und 2021 zu nennen.

Neben seinem auch methodisch durch die Verknüpfung qualitativer und quantitativer Methoden innovativem Forschungsprogramm schätzten die Jury und der Vorstand der DGPs seine Tätigkeit in Politikberatung, Wissenschaftsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit und sehen in Reinhard Pekruns Wirken einen „Markierungspunkt in der Geschichte der Psychologie“. 

Der Würdenträger

Professor Dr. Reinhard Pekrun hat an der Technischen Universität Braunschweig und der Universität Tübingen Psychologie, Pädagogik und Philosophie studiert. Anschließend war er wissenschaftlicher Assistent an der Ruhr-Universität Bochum und an der LMU München, wo er 1982 promoviert und 1986 habilitiert wurde. Nach Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt a.M. war er von 1991 bis 1994 Fiebiger-Professor und von 1994 bis 2001 C4-Professor für Psychologie an der Universität Regensburg. Dort war er auch als Dekan der Fakultät für Psychologie und Pädagogik und als Gründungsdirektor des Zentrums für Hochschuldidaktik und Lehr-Lern-Forschung tätig. Seit 2001 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Persönlichkeitspsychologie und Pädagogische Psychologie an der LMU. Er war Präsident der Stress and Anxiety Research Society, Mitherausgeber der Zeitschrift „Anxiety, Stress and Coping“ und Mitglied des Fachkollegiums Psychologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft. In nationalen und internationalen Kommissionen engagiert er sich für Verbesserungen im Bildungswesen, u.a. als Mitglied der deutschen Konsortien von PISA 2003 und 2006 und Berater des internationalen PISA-Konsortiums. Er war Mitglied des Senats (2002-2007) und Vizepräsident für Forschung der LMU (2007-2009). Für seine Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den kanadischen John G. Diefenbaker Award 2016, den Oeuvre Award 2017 der European Association for Research on Learning and Instruction (EARLI) und den Sylvia Scribner Award 2017 der American Educational Research Association (AERA). 

Ehrung für das Wissenschaftliche Lebenswerk

Mit dieser Ehrung werden Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Psychologie gewürdigt, deren wissenschaftliche Aktivitäten Forschung und Lehre im Fach Psychologie über einen langen Zeitraum hinweg nachhaltig beeinflusst haben. Die Bedeutung des wissenschaftlichen Werkes zeigt sich unter anderem an dem Einfluss, den es auf die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der nächsten Generation und auf Belange der Öffentlichkeit und der Gesellschaft hat. Zugleich würdigt die DGPs damit wissenschaftliche Leistungen, die als Markierungspunkte in der Geschichte der Psychologie gelten können.

 

Pressekontakt:

Dr. Anne Klostermann
Pressereferentin der DGPs
E-Mail: pressestelle@dgps.de
Tel.: 030 280 47718

 

Pressemitteilung (PDF)

Laudatio (PDF)

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