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Daniel Heck erhält den Heinz-Heckhausen-Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychologie

17.09.2018

Für seine Verdienste um die Anwendung und Weiterentwicklung der multinomialen Verarbeitungsbaummodelle zur Messung kognitiver Prozesse zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) Daniel Heck von der Universität Mannheim mit dem Heinz-Heckhausen-Preis für Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftler aus. „Die wissenschaftliche Exzellenz der Arbeiten von Daniel Heck, seine rigorose Anwendung und umfangreiche Weiterentwicklung methodischer Standards ist beeindruckend“, erklärt DGPs-Präsident Conny Herbert Antoni. „Seine Arbeiten ermöglichen es vielen empirisch arbeitenden Kolleginnen und Kollegen bereits jetzt, Daten auf einem hohen methodischen Niveau auszuwerten und Modellierungen vorzunehmen.“ Die Preisverleihung findet am Montag, dem 17. September 2018 im Rahmen 51. Kongresses der DGPs in Frankfurt am Main statt.

Eines der Kernprobleme in der psychologischen Forschung ist die Messung kognitiver Prozesse. Beobachtbare Verhaltensweisen können oft durch mehrere, unterschiedliche Prozesse bedingt sein, so dass ein einfacher Rückschluss von der beobachteten Verhaltensweise, wie beispielsweise eine Entscheidung oder eine Reaktion, auf einen einzigen zugrunde liegenden kognitiven Prozess im Regelfall nicht möglich ist. Die Technik der multinomialen Modellierung ermöglicht es jedoch, die Wahrscheinlichkeiten verschiedener kognitiver Prozesse, die bestimmten Reaktionen zugrunde liegen, messbar zu machen. Daniel Heck entwickelte im Rahmen seiner Promotion sowie diverser anderer Forschungsarbeiten multinomiale Verarbeitungsbaummodelle zur Anwendung in der psychologischen Forschung weiter und machte sie in Form von eigenen Software-Lösungen seinen wissenschaftlichen Kollegen zugänglich. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich insbesondere damit, wie diese Messmodelle in der Kognitionspsychologischen Forschung, etwa bei der Auswertung und Vorhersage von Reaktionszeiten in Experimenten, sinnvoll zur Anwendung gebracht werden können. Als Experte für Forschungsmethoden und Statistik hat er zudem Arbeiten zu Bayes-Statistik und probabilistischen Urteilstheorien publiziert. Die Jury und der DGPs-Vorstand heben insbesondere Daniel Hecks Verdienst hervor, durch den Nachweis, dass sich Verarbeitungsbaummodelle auch für komplexe Prozessmodellierungen von Kognitionen eignen, die Kluft zwischen Methoden-, Grundlagen- und Anwendungsforschung zu überbrücken.

Der Preisträger

Von 2009 bis 2014 studierte Daniel Heck Psychologie mit Nebenfach Mathematik an der Universität Mannheim. Für seine Masterarbeit erhielt er 2015 den Diplompreis der Fachgruppe für Methoden und Evaluation sowie den Otto-Selz Preis der Rationalen Altruisten Mannheim. Nach Forschungsaufenthalten an der Universität Groningen und Amsterdam promovierte Daniel Heck 2017 zum Thema „Processing tree models for discrete and continuous variables“. Seitdem ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG- Graduiertenkolleg Statistical Modeling in Psychology der Universitäten Freiburg, Heidelberg, Koblenz-Landau, Mannheim und Tübingen. Neben der kognitiven Modellierung forscht Daniel Heck zur Bayes-Statistik, zu inhaltlichen Themen der Entscheidungsforschung sowie zu unehrlichem und sozial unerwünschtem Verhalten.

Preisträger Daniel Heck (rechts) mit DGPs-Präsident Conny Antoni

Der Heinz-Heckhausen-Preis

Mit dem Heinz-Heckhausen-Jungwissenschaftlerpreis wird eine herausragende Dissertation im Hauptfach Psychologie prämiert. Der Preis ist mit 1000,- Euro dotiert.

Pressekontakt:

Dr. Anne Klostermann
Pressereferentin der DGPs
E-Mail: pressestelle@dgps.de
Tel.: 030 280 47718

Pressemitteilung (PDF)

Laudatio (PDF)

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