Mitteilungsdetail

Reform des Psychotherapeutengesetzes

01.03.2017

DGPs fordert: Psychotherapieausbildung nur mit einschlägigem universitären Studium

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die DGPs, der Fakultätentag Psychologie und die Kommission Psychologie und Psychotherapie in der DGPs, dass bei der anstehenden Reform des Psychotherapeutengesetzes das hohe akademisch-wissenschaftliche Niveau der Psychotherapieausbildung gesichert wird. Dies verlangt von den ausbildenden Hochschulen, dass sie selbst Psychotherapieforschung und eigene Behandlungseinrichtungen betreiben. Dadurch wird forschendes Lernen, praxisorientierte Ausbildung und eine schnelle Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis zum Wohle der Patientinnen und Patienten gewährleistet.

„Die Ausbildung in einem akademischen Heilberuf wie Psychotherapie erfordert Hochschulen, die eine Trias von Fachwissen, wissenschaftlicher Methoden- und Urteilskompetenz und berufspraktischen Fertigkeiten in der Heilbehandlung vermitteln können“, sagt Professor Conny Antoni, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. „Universitäten und gleichgestellte Hochschulen sind in Deutschland bereits heute diejenigen Institutionen, die strukturell, personell und budgetär dafür am ehesten ausgestattet sind.“ Dort finde man eine enge Verzahnung von wissenschaftlicher Forschung an den Instituten und praktischen Tätigkeiten an den Hochschulambulanzen - zusammen genommen eine ideale Grundlage für die Ausbildung von angehenden Psychotherapeuten und die Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses. „Nur durch diese enge Vernetzung können die hohe Qualität der psychologisch-wissenschaftlichen Forschung und die hohen Versorgungsstandards für Menschen mit psychischen Krankheiten bewahrt werden“, sagt Antoni.

„Wir halten ein Studium zur Approbation im Rahmen universitärer Psychologie-Studiengänge (B.Sc., M.Sc.) für den am besten geeigneten Qualifizierungsweg, um die Ausbildung zukünftiger Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wissenschaftlich und praktisch fundiert, zügig und ressourcenschonend umzusetzen“, erklärt Professor Markus Bühner, Vorsitzender des Fakultätentags Psychologie. Und Winfried Rief, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Marburg und Sprecher der Kommission Psychologie und Psychotherapie in der DGPs, ergänzt: „Die Universitäten besitzen bereits heute an ihren psychologischen Instituten wissenschaftliche und praktische Ausbildungsstrukturen, die zu großen Teilen für ein Studium zur Approbation in Psychotherapie genutzt werden können. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten müssen auch in Zukunft sowohl wissenschaftlich als auch praktisch nach bestmöglichen Standards ausgebildet werden.“

Die vollständige Stellungnahme kann hier angerufen werden: 

www.dgps.de/index.php

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