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Fragen und Erklärungen zu BA- und MA-Studiengängen
Was ist ein Bachelor?
Mit dem Bachelorabschluss kann man nach einem i.d.R. sechssemestrigen Studium in den Beruf einsteigen. Bachelorstudiengänge vermitteln wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenzen, berufsfeldbezogene Qualifikationen und sog. "Schlüsselkompetenzen" (fach- und berufsübergreifende Qualifikationen, Einstellungen, Wissenselemente, Strategien). Je nach Fachrichtung wird ein Bachelor of Arts (B.A.) oder ein Bachelor of Science (B.Sc.) verliehen. In den Ingenieurwissenschaften gibt es auch den Titel Bachelor of Engineering (B Eng). Deutschsprachige Bezeichnungen (z.B. Bakkalaureus der Wissenschaften) sind ebenfalls möglich.
Was ist ein Master?
Masterstudiengänge führen zu einer Vertiefung der Kenntnisse und Kompetenzen im Anschluss an einen Bachelorstudiengang im Rahmen eines meist zweijährigen Studiums. Beim Zugang zum Master können die Hochschulen besondere Anforderungen (z.B. eine Durchschnittsnote, besondere Vorerfahrungen, o.ä.) festlegen. Als Abschlussbezeichnungen gibt es - analog zu den Bezeichnungen der Bachelor-Abschlüssen (s.o.) - den Master of Arts (M.A.), den Master of Science (M.Sc.) oder den Master of Engineering (M Eng).
Was sind konsekutive Masterstudiengänge?
"Konsekutiv" bedeutet, dass Bachelor- und Masterstudiengänge inhaltlich aufeinander aufbauen. Nach Maßgabe der Prüfungsordnung kann ein konsekutiver Master den Bachelorstudiengang fachlich fortführen und vertiefen oder - soweit der fachliche Zusammenhang gewährt bleibt - fachübergreifend erweitern.
Warum ersetzen diese Studiengänge die traditionellen Diplom- und Magisterabschlüsse?
Im Rahmen des „Bologna-Prozesses“ haben vierzig europäische Länder vereinbart, bis zum Jahr 2010 ihre Hochschulsysteme anzugleichen und zu einem europäischen Hochschulraum zusammenzuführen. Dieses setzt voraus, dass die Studienabschlüsse in Qualität und Struktur vergleichbar sind. Bachelor und Master sind bereits international gängige und anerkannte Abschlüsse und werden daher kurz- bis mittelfristig in Europa zum Standard werden.
Weitere mögliche Vorteile sind die stärkere Ausrichtung der Studiengänge auf Berufsqualifikationen, die Verringerung der Zahl von Studienabbrüchen ohne einen akademischen Abschluss und die Verkürzung der Studienzeiten durch bessere Studierbarkeit. Zu der Möglichkeit, überall in Europa studieren zu können, kommt die Gültigkeit der BaFöG-Förderung für Auslandssemester.
Was bedeutet Modularisierung?
Module sind inhaltlich und thematisch abgeschlossene Studieneinheiten, die sich in der Regel aus mehreren Veranstaltungen und unterschiedlichen Veranstaltungstypen (z.B. Vorlesung, Übung, Seminar) zusammensetzen. Module enden in der Regel mit einer Abschlussprüfung; auf diese Weise werden die Prüfungsleistungen über das Studium verteilt und können "angesammelt" werden.
In den Studienplänen werden für jedes Modul ausführlich die jeweiligen Qualifikationsziele und Anforderungen beschrieben. Dies erleichtert damit die Planung des Studiums.
Was sind ECTS-Punkte?
Das European Credit Transfer System (ECTS) ist ein System zur europaweiten Anrechnung von Studienleistungen. Für den erfolgreichen Abschluss eines Moduls werden Leistungspunkte, sog. Kreditpunkte (Credit Points), vergeben. Diese beschreiben den Arbeitsaufwand ("workload") von Studierenden. Für ein Jahr wird ein Arbeitsaufwand (also Präsenzzeiten und Vor- und Nachbereitung im Selbststudium) von 1800 Stunden angenommen, für ein voll absolviertes Studienjahr werden insgesamt 60 Leistungspunkte vergeben. Ein Kreditpunkt (oder ECTS-Punkt) entspricht daher etwa 30 Stunden Studienzeit. Kreditpunkte gibt es für abgeschlossene Module, z.B. auf der Grundlage von Klausuren, Seminararbeiten, Referaten und mündlichen Prüfungen. Sie beschreiben den Arbeitsaufwand, ersetzen aber nicht die Note. Bewertet werden die Module zusätzlich.
Was ist das „Diploma Supplement“?
Das „Diploma Supplement“ ist ein Zusatz zum Abschlusszeugnis. Es beschreibt die Inhaltedes Studiums und damit die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen sowie den Abschluss. Das „Diploma Supplement“ stellt damit die notwendigeTransparenz vor allem in der Arbeitswelt und beim Hochschulwechsel her. Es erhöht zudem die internationale Vergleichbarkeit der Studienleistungen bzw. -abschlüsse.
Was ist die Akkreditierung?
Im Prozess der Akkreditierung wird geprüft, ob ein Studiengang einer Reihe von Kriterien und Standards entspricht (z. B. ausreichende Ressourcen, klares Berufsprofil, in Modulhandbüchern ausgewiesenes Studienangebot, Studierbarkeit in der vorgesehenen Zeit, Übereinstimmung der Studieninhalte mit den Studienzielen, Strategien der Qualitätssicherung) Allgemeine Vorgaben für die Akkreditierung wurden bundesländerübergreifend in der Kultusministerkonferenz abgestimmt.Die Akkreditierung wird von eigens dazu gegründeten Akkreditierungsagenturen unter Beteiligung von externen Gutachtern durchgeführt.
Da die Akkreditierung befristet ist, müssen die Studiengänge regelmäßig reakkreditiert werden.
Was sind die Vorteile der neuen Studiengänge?
Die Vorteile liegen in einer klareren Strukturierung des Studiums, einer in der Regel intensiven Betreuung und einer stärkeren Vorbereitung auf die Berufspraxis von Beginn an. Dies sollte mit einem zielgerichteten Studium einhergehen und Studienabbrüchen bereits vor dem Bachelorabschluss entgegen wirken.
Werden die gestuften Studiengänge in allen Bundesländern anerkannt?
Die Studienabschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten werden bundesweit anerkannt, wenn sie die Vorgaben der Kultusministerkonferenz erfüllen und akkreditiert sind.
Können Studienaufenthalte im Ausland absolviert werden?
Im Ausland können ganze Module oder auch Modulteile studiert werden und mit Hilfe des ECTS (s.o.) auf das Studium angerechnet werden, wenn die Anforderungen übereinstimmen. Über Anerkennungsfragen entscheiden die lokalen Prüfungsausschüsse bzw. Studiendekanate.





