Prof. Dr. Birgit Träuble, Universität zu Köln

Seit Sommer 2014 ist der Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie an der Universität zu Köln neu besetzt und sorgt mit seiner experimentell ausgerichteten Forschung zur kognitiven Entwicklung in der frühen Kindheit für reges Treiben in den Kölner Universitätsräumen. Unser primäres Forschungsinteresse gilt einer breiten Erfassung des gesamten Spektrums frühkindlicher Kognition. Entsprechend erstrecken sich unsere Arbeiten über unterschiedliche Themengebiete der kognitiven Entwicklung und schließen neben der Grundlagenforschung auch anwendungsbezogene Studien in der pädagogischen und klinischen Entwicklungspsychologie mit ein.

Im Zentrum unserer grundlagenorientierten Forschungsarbeiten stehen Studien zum frühen Konzept- und Kategorienerwerb. In diesem Zusammenhang interessieren wir uns v.a. für die frühe Verarbeitung von kausaler und funktionaler Information. Diesem Bereich lassen sich auch unsere aktuellen Studien zur Wahrnehmung von Bewegungsinformation (animacy perception) sowie zur frühen Wahrnehmung kausaler Hinweisreize bei der Objektkategorisierung zuordnen. Hierbei stützen wir uns auf die Erfassung des Blickverhaltens (Eyetracking) sowie auf die Erhebung neuropsychologischer Maße  (ERP).

Im Bereich der sozial-kognitiven Entwicklung führen wir Studien zu frühen Theory of Mind Kompetenzen sowie zur Verarbeitung von Ausgrenzungsinformation (Ostracism Forschung).  Gerade im Bereich der Ostracism-Forschung ist die Frage nach den ontogenetischen Anfängen entsprechender Informationsverarbeitung noch weitgehend offen. Derzeit erarbeiten wir diesbezüglich neue Paradigmen, die für den Einsatz im Kindergarten- und Vorschulalter geeignet sind.

Dem Schnittfeld zwischen grundlagenorientierter und anwendungsorientierter Forschung lassen sich unsere Studien zur Bedeutung sozial-interaktiver Lehr-Lernkontexte für den frühen Wissenserwerb zuordnen. Im Zentrum dieser Arbeiten steht die empirische Untersuchung der kontrovers diskutierten Annahmen der “Human Pedagogy Theory“  zum Erwerb generischen Wissens in spezifisch definierten Lehr-Lernkontexten. Des Weiteren untersuchen wir mögliche Zusammenhänge zwischen frühen Informationsverarbeitungsprozessen und späteren Intelligenzmaßen. Hierbei geht es uns v.a. um das Zusammenspiel von frühen basalen Verarbeitungsprozessen (z.B. Habituationsverläufe) und späteren Schulleistungen.

Im Bereich klinisch-psychologischer Entwicklungsforschung arbeiten wir derzeit in enger Kooperation mit Professor Reck (LMU München) an empirischen Studien  zum Zusammenhang dysfunktionaler (depressiver und angstgestörter) Mutter-Kind-Interaktionen und deren Auswirkungen auf die spätere sozial-kognitive Entwicklung.

Methodische Spezifika:

In unseren derzeitigen Studien an der Universität zu Köln kombinieren wir klassische Verhaltensmaße mit Blickbewegungsanalysen (Eyetracking) und neurophysiologischen Maßen  (EEG, ERP). In diesem Vorgehen sehen wir einen fruchtbaren Weg zu einem umfassenderen Verständnis kognitiver Prozesse und ihrer entwicklungsbedingten Veränderung.

In der Lehre vertreten wir das Fach Entwicklungspsychologie über die Lebensspanne in seiner gesamten Breite. Neben einer fundierten theoretischen Ausbildung sind auch praktische Anteile (z.B., Entwicklungsdiagnostik oder experimentelle Lehreinheiten) fester Bestandteil der entwicklungspsychologischen Ausbildung im Bachelor- wie im Masterstudium.

Für weitere Informationen steht das Team der Kölner Entwicklungspsychologie gerne zur Verfügung.

Zur Homepage der Kölner Entwicklungspsychologie: www.hf.uni-köln.de/36455

Ausgewählte Publikationen

Licata, M., Zietlow, A.-L., Träuble, B., Sodian, B., & Reck, C. (2016). Maternal Emotional Availability and its Association with Maternal Psychopathology, Attachment Style Insecurity and Theory of Mind.Psychopathology. In press.

Šimkovic, M. & Träuble, B. (2015). Pursuit tracks chase: Exploring the role of eye movements in the detection of chasing. PeerJ., DOI 10.7717/peerj.1243

Pauen, S., Träuble, B., Hoehl, S., & Bechtel, S. (2015) „Show me the world – Object categorization and socially-guided object learning in infancy“. Child Development Perspectives, 9, 111-116.

Träuble, B. & Bätz, J. (2014) Shared function knowledge: Infants' attention to function information in communicative contexts. Journal of Experimental Child Psychology, 124, 67-77.

Träuble, B., Pauen, S., & Poulin-Dubois, D. (2014). Speed and direction changes induce the perception of animacy in 7-month-old infants. Frontiers in Psychology. doi: 10.3389/fpsyg.2014.01141


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