Prof. Dr. Michaela Riediger, Friedrich Schiller University Jena

 

Im März 2017 hat Michaela Riediger die Leitung des Lehrstuhls für Entwicklungspsychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Center for Lifespan Developmental Science übernommen.

 

Unser Team vertritt einen lebensspannenpsychologischen Ansatz, lehrt und erforscht also Entwicklung als einen die gesamte menschliche Lebensspanne umfassenden Prozess. Eines unserer zentralen Forschungsinteressen betrifft sozio-emotionale Entwicklungsprozesse von der Kindheit bis ins hohe Alter. Wie und warum unterscheiden sich Personen unterschiedlichen Alters in ihrem emotionalen Erleben und ihren sozio-emotionalen Kompetenzen, beispielsweise der Fähigkeit, emotionale und mentale Prozesse anderer Personen zu verstehen? Welche anlagebedingten und kontextuellen Einflussfaktoren prägen die sozio-emotionale Entwicklung einer Person und tragen zu diesbezüglichen interindividuellen Unterschieden bei? Welche Rolle spielen solche sozio-emotionalen Prozesse für die lebenslange Entwicklung in anderen Lebensbereichen, etwa der Gesundheit? Eng damit verknüpft beschäftigen wir uns auch mit der Entwicklung selbstregulativer Prozesse, etwa der Emotionskontrolle. Schließlich interessieren wir uns auch dafür, wie sich subjektive Vorstellungen über menschliche Entwicklung auf die eigene Entwicklung und den Umgang mit Personen unterschiedlichen Alters auswirken.  Unser Forschungsansatz ist neben der Breite untersuchter Lebensphasen auch durch Vielfalt von Untersuchungsmethoden gekennzeichnet. Wir kombinieren ambulatorische und experimentelle Untersuchungsmethoden in quer- und längsschnittlichen Erhebungsdesigns. 

Eine beispielhafte Studie ist das Multi-Method Ambulatory Assessment (MMAA) Projekt. Hierbei handelt es sich um eine längsschnittliche Erhebung einer deutschlandweiten altersheterogenen Stichprobe von fast 600 Personen im Altersbereich ab der späten Kindheit bis ins sehr hohe Erwachsenenalter. Anliegen des Projektes ist die Untersuchung des Zusammenspiels von emotionalen, motivationalen, kognitiven und physiologischen Prozessen im Alltag. Seit 2007 wurden fünf Erhebungswellen durchgeführt. Dabei wurden verschiedene ambulatorische Erhebungsverfahren (Experience Sampling, Erfassung von kognitiver Performanz im Alltag, ambulatorische Messung kardiovaskulärer, respiratorischer und körperlicher Aktivität, Messung von Hormonkonzentrationen im Alltag, Location-Tracking) mit experimentellen Paradigmen in laborähnlichen Kontexten kombiniert. Detailliertere Informationen zu diesem und unseren weiteren Forschungsprojekten sind auf unserer Homepage zu finden (http://www.devpsy.uni-jena.de). 

Besonders am Herzen liegt uns auch die Förderung des nationalen und internationalen Netzwerkes von Wissenschaftlerinnen, die zu lebensspannenpsychologischen Themen forschen. Diesem Zweck dient das in Jena neu gegründete Center for Lifespan Developmental Science (CELISE, www.celise.uni-jena.de). Das CELISE ist ein institutions- und disziplinübergreifendes Forschungsnetzwerk zu grundlagen- und anwendungsbezogenen Fragen der Lebensspannenentwicklung, das vielfältige Möglichkeiten zu Kooperation, Austausch und Weiterbildung bietet.  

Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie weiterführende Fragen zum Jenaer Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie oder dem CELISE haben!   

Homepage des Lehrstuhls: http://www.devpsy.uni-jena.de

Homepage des CELISE: http://www.celise.uni-jena.de

Eine Auswahl aktueller Publikationen
(zur vollständigen Publikationsliste: http://www.devpsy.uni-jena.de/Publications.html)

Blanke, E. S., Rauers, A. & Riediger, M. (2016). Does being empathic pay off? Associations between performance-based measures of empathy and social adjustment in younger and older women. Emotion, 16, 671-83. doi: 10.1037/emo0000166

Cohrdes, C., Wrzus, C., Frisch, S., & Riediger, M. (2017, June 5). Tune yourself in: Valence and arousal preferences in music-listening choices from adolescence to old age. Developmental Psychology. Advance online publication. doi.org/10.1037/dev0000362

Klipker, K., Wrzus, C., Rauers, A., Boker, S. M., & Riediger, M. (2017). Within-person changes in salivary testosterone and physical characteristics of puberty predict boys' daily affect. Hormones and Behavior, 95, 22-32. doi.org/10.1016/j.yhbeh.2017.07.012

Riediger, M. & Luong, G. (2016). Happy to be unhappy? Pro- and contra-hedonic motivation from adolescence to old age. In A. D. Ong & C. E. Löckenhoff (Eds.) Emotion, Aging, and Health (pp. 97-118). Washington, D.C.: APA. doi:10.1037/14857-006

Riediger, M.*, Voelkle, M. C.*, Schaefer, S., & Lindenberger, U. (2014). Charting the life course: Age differences and validity of beliefs about lifespan development. Psychology and Aging, 29(3), 503-520. doi:10.1037/a0036228 (*shared first-authorship)

Riediger, M., Wrzus, C., Klipker, K., Müller, V., Schmiedek, F., & Wagner, G. G. (2014). Outside of the laboratory: Associations of working-memory performance with psychological and physiological arousal vary with age. Psychology and Aging, 29(1), 103-114.doi:10.1037/a0035766

Wrzus, C., Wagner, G. G. & Riediger, M. (2016). Personality-situation transactions from adolescence to old age. Journal of Personality and Social Psychology, 110, 782-799. doi:10.1037/pspp0000054

Bisher vorgestellte Forschungsgruppen

2017

Prof. Dr. Peter Titzmann, Leibniz-Universität Hannover

Prof. Dr. Gert Westermann, Lancaster University

2016

Prof. Dr. Norbert Zmyj, Technische Universität Dortmund

Prof. Dr. Birgit Träuble, Universität zu Köln

Prof. Dr. Denis Gerstorf, Humboldt-Universität Berlin

 

 


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