Psychischen Belastungen durch Arbeitsschutz vorbeugen

08.01.2014

DGPs fordert Arbeitspsychologen bei der Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen einzubeziehen

Immer mehr Deutsche erleben ihren Alltag zunehmend als stressig. Das ist keine neue Nachricht. Aber das Ausmaß, das die kürzlich veröffentlichte Studie der Techniker Krankenkasse (TK) aufzeigt, sei alarmierend, sagt Prof. Dr. Jürgen Margraf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs). „Die Studie zeigt erneut, wie wichtig die psychologische Forschung für die Gesundheit ist.“

Sie bestätigt das Anliegen der DGPs, psychische Erkrankungen im betrieblichen Arbeitsschutz stärker zu berücksichtigen. Bisher steht hier die Vermeidung körperlicher Schäden im Mittelpunkt. „Angesichts der dramatisch wachsenden Zahl psychischer Erkrankungen und der dadurch verursachten Fehlzeiten gehört die psychische Dimension in die vom Arbeitgeber vorzunehmende Gefährdungsbeurteilung eines Arbeitsplatzes. „Die DGPs fordert, bei der Gefährdungsbeurteilung eines Arbeitsplatzes die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Arbeitspsychologie zu berücksichtigen und Arbeitspsychologen zur Beurteilung hinzuziehen“, so Margraf. Im österreichischen Arbeitsschutzgesetz sei diese Vorgehensweise bereits verankert.

Praktisch kann das so aussehen: Unternehmen sollten praktikable Handlungspläne erhalten, die auf der Grundlage gesicherter psychologischer Forschungsergebnisse entwickelt wurden. Hier geht es beispielsweise um die Erfassung von Stressbelastung mit geprüften Messinstrumenten und es geht um handhabbare Vorschläge, wie Unternehmen selbst zur Stressreduzierung beitragen können.

Wissenschaftliche Psychologie hat erfolgreiche Behandlungsmethoden entwickelt
Für die Behandlung stressgeplagter Menschen hat die wissenschaftliche Psychologie eine Reihe von Interventionsmaßnahmen entwickelt und getestet. Die beiden wesentlichen Ansätze:

  • Beim verhältnisbasierten Ansatz wird an den Arbeitsbedingungen angesetzt, die Arbeits“verhältnisse“ werden auf ihren Stressfaktor getestet und es werden Maßnahmen zur Reduktion entsprechender Stressfaktoren eingeleitet.
  • Beim verhaltensbasierten Ansatz geht es um den stressbelasteten Menschen selbst und um dessen Möglichkeiten der Stressbewältigung. Hier gibt es Programme, die sowohl den aktiven Umgang mit Stresssituationen, als auch ihre Wahrnehmung und Interpretation trainieren.

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