Diplom, Bachelor oder Master?

Welchen Studienabschluss sollte man gegenwärtig anstreben?

Das Diplom oder ein Master of Science (M.Sc.)-Abschluss in Psychologie ist die Voraussetzung für eine uneingeschränkte selbständige psychologische Berufstätigkeit in verschiedenen Berufsfeldern. Diplom und Master sind zudem die Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und anderen Formen der Weiterbildung. Auf europäischer Ebene ist der Abschluss eines 5-jährigen Studiums (das ist entweder der Master oder das Diplom) plus eine 1-jährige supervidierte Berufspraxis die Voraussetzung für den Erwerb des "EuroPsy-Zertifikats", einer EU-weiten Anerkennung einer unabhängigen psychologischen Berufstätigkeit (http://www.europsy.de/).

Laut einem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 10.10.2003 darf die Einführung der neuen Studiengänge Bachelor und Master nicht zu einer Abwertung der herkömmlichen Diplomabschlüsse führen. Konkret bedeutet dies, dass Masterabschlüsse dieselben Berechtigungen wie Diplomabschlüsse verleihen und umgekehrt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen, die gegenwärtig noch auf den Diplomabschluss zugeschnitten sind, werden also zukünftig auf M.Sc.-Abschlüsse in Psychologie erweitert werden. Der Masterabschluss in Psychologie wird gleichwertig neben dem Diplomabschluss stehen. Aufgrund der Gleichwertigkeit können Studierende gegenwärtig zwischen den unterschiedlichen Studiengängen (Diplom oder Master) wählen, ohne Nachteile für den einen oder anderen Abschluss befürchten zu müssen.

Der Bachelor of Science (B.Sc.) in Psychologie oder ein vergleichbarer Abschluss stellt eine Zugangsvoraussetzung für ein M.Sc.-Studium in Psychologie dar; allerdings kann die Zulassung zu einem Masterstudiengang von zusätzlichen Bedingungen abhängig gemacht werden. Dies entscheiden die Hochschulen. Bachelorabschlüsse verleihen nach dem genannten Beschluss der KMK dieselben Berechtigungen wie Diplomabschlüsse an Fachhochschulen. Der B.Sc.-Abschluss ist grundsätzlich berufsqualifizierend. Nach dem Verständnis der europäischen Fachgesellschaften für Psychologie qualifiziert der Bachelor jedoch nicht für eine unabhängige, selbständige psychologische Berufstätigkeit. Im Regelfall dürfte ein Bachelor-Absolvent in Psychologie vorwiegend für psychologische Routinetätigkeiten, z.B. im Bereich der Diagnostik oder Evaluation, zuständig sein. Das Berufsbild des Bachelors ist gegenwärtig jedoch noch völlig offen, da es sich um einen für Deutschland neuen Studienabschluss handelt und entsprechende Erfahrungen noch nicht vorliegen.

Bei der Wahl eines Studiengangs ist zudem dessen Dauer zu bedenken. Ein Bachelorstudiengang, der in der Regelstudienzeit absolviert wird, dauert in der Regel drei Jahre, ein daran anschließender Masterstudiengang in der Regel weitere zwei Jahre. Für einen konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengang sind also insgesamt fünf Jahre zu veranschlagen. Allerdings sieht das konsekutive Bachelor/Master-Modell vor, dass für die Zulassung zum Masterstudium zusätzliche Bedingungen zu erfüllen sind, so dass möglicherweise nicht alle Bachelorabsolventen auch einen Masterstudienplatz erhalten.


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