Mitteilungsdetail

Beschäftigungsrahmen bei der DFG

07.03.2002

Auf Anregung verschiedener Fachgruppen hat der Vorstand das Gespräch mit der DFG gesucht, um Klarheit darüber zu gewinnen, unter welchen Umständen auch in der Psychologie Vollzeit-Beschäftigungen im Rahmen von DFG Projekten möglich sind.

Im Hintergrund stand auch die Überlegung, ob nicht künftig, wie in manchen anderen Fächern auch, eine Vollzeitstelle sozusagen die Grundeinheit darstellen sollte. Zu diesem Gespräch ist es jetzt jüngst in Gegenwart des Fachausschusses Psychologie gekommen. Die Hürden für eine Änderung der grundsätzlichen Haltung wurden dabei als zu hoch eingeschätzt, denn in jenen naturwissenschaftlichen Fächern, bei denen dies in der Vergangenheit gelang, war das entscheidende Argument nicht die Arbeitsmarktlage, sondern das Sinken der Absolventenzahlen.

 

Vor diesem Hintergrund hat man sich dann auf eine pragmatische Haltung geeinigt, die wir vom Vorstand schon beim ersten Kontakt der DFG vorgeschlagen hatten. Herr Nießen als zuständiger Referent hat dies jetzt noch einmal in einem Schreiben an den Präsidenten bestätigt. Die Position lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Wissenschaftliche Mitarbeiterstellen in Projekten dienen immer auch der Nachwuchsförderung, die nicht notwendigerweise mit der Promotion endet. Insofern ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man in Projekten auch volle Stellen für promovierte Mitarbeiter beantragen kann, sofern die Anforderungen diesem Niveau entsprechen. Für nicht-promovierte Mitarbeiter/innen erfolgt in der Regel die Bezahlung nach BAT IIa/halbe, weil erwartet wird, dass die Arbeit im Projekt auch der eigenen Qualifikation dient, sprich also in der Regel der Dissertation. Aber auch hier ist es unter bestimmten Umständen möglich, nicht-promovierte auf einer vollen Stelle zu bezahlen. Dies ist dann der Fall, wenn es keine geeigneten Bewerber zu schlechteren Bedingungen gibt, oder wenn die Tätigkeit besondere Qualifikationen oder ganz spezifische Erfahrung erfordert, die eine volle Bezahlung rechtfertigen oder sogar zwingend machen.

 

Ist dies zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits absehbar, dann sollte entsprechend argumentiert und eine volle Stelle gefordert werden. Wird der Antrag bewilligt und zeigt sich, dass nur eine nicht-promovierte Person gewonnen werden kann, dann bedarf es einer Einzelfallentscheidung, welche die DFG versichert, rasch und fair herbeizuführen.

 

Entscheidend ist also, dass sich die Antragsteller stärker als bisher vergegenwärtigen sollten, mit welchen Situationen sie zu rechnen haben hinsichtlich des Verhältnisses von Qualifikation und möglicher Eingruppierung als volle oder ganze Stelle. Wahrscheinlich hat man sich hier in der Vergangenheit zu sehr Selbstbeschränkungen auferlegt und ist von einer faktischen Normativität der halben Stellen ausgegangen. Dies gilt freilich ebenso für Gutachter, weswegen es ausgesprochen günstig war, die oben umrissene Position gemeinsam mit den Mitgliedern des Fachausschusses, der Geschäftsstelle der DFG und in Anwesenheit des Präsidenten diskutiert zu haben.

 

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich gerne an uns (praesident@dgps.de) oder direkt an die Geschäftsstelle (geschaeftsstelle@dgps.de) .

 

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