Mitteilungsdetail

Mindeststandards für BA Psychologie

09.04.2001

Zur Diskussion gestellt; zu den Rahmenbedingungen eines Studienganges BA beziehungsweise BS Psychologie

Der letzte Vorstand hatte eine Kommission zur Erarbeitung von Mindeststandards für den BA Psychologie eingesetzt, der Frau Pinie Zwitserlood und die Herren Franz Caspar, Reinhold Kliegl und Rainer Kluwe angehörten. Diese Kommission verständigte sich auf ein vorläufiges Papier, in dem mögliche Mindeststandards zur Diskussion gestellt werden. Kommentare zu diesem Diskussionspapier richten Sie bitte an Frau Zwitserlood: zwitser@psy.uni-muenster.de.

 

 

Mindeststandards für BA Psychologie

 

Die Kommission verständigt sich auf folgende Rahmenbedingungen (Mindeststandards) für einen Studiengang BA bzw. BS Psychologie

 

- Die Einführung von BA/MA-Studiengänge erfordert eine personelle und sachliche Ausstattung wie sie für den Diplomstudiengang ´Psychologie´ erforderlich ist. Die für die neuen Studiengänge erforderliche Schwerpunktsetzung (Profilbildung) kann vermutlich höchsten im Rahmen eines ´Nullsummenspiels´ (Änderung von Denominationen, etc.) erreicht werden. Die Kommission geht davon aus, daß die Umstrukturierung zu keinerlei Einspareffekte führt.

 

- Die Kommission geht davon aus, daß die folgenden Überlegungen auch Diskussionsgrundlage für eine Revision der RPO sein können.

 

- Die Kommission geht davon aus, daß der BA bzw. BS 6 Semester umfasst. Die Inhalte der Lehre entsprechen im wesentlichen denen des bisherigen Vordiploms, ergänzt und modifiziert durch individuelle Qualfikationen, die für einen weiterführenden MA- bzw. MS-Studiengang bzw. eine berufliche Tätigkeit erforderlich sind. Vor diesem Hintergrund werden folgende Veränderungen diskutiert:

 

 

1. - 4. Semester

• Das BA-Studium muss stärker als bisher Schlüsselqualifikationen vermitteln und die Studenten auch befähigen, diese anderen zu vermitteln. Schlüsselqualifikationen sind das Lesen wissenschaftlicher Texte, das Vortragen und präsentieren (unter Einbezug Neuer Medien wie PowerPoint), das wissenschaftliche Schreiben sowie die Verwendung von Statistikprogrammen.

 

• Die hierfür erforderliche Lehrkapazität soll durch eine Reduktion der in diesem Zeitraum zu belegenden Grundlagenfächern von bisher 6 auf 3 erfolgen (evt. 1 Fach obligatorisch, 2 wählbar) geschaffen werden. Allerdings ist kompensatorisch eine Ringvorlesung (1 oder 2 Semester) vorzusehen, in der die wichtigsten Konstrukte aller Teilgebiete und deren Zusammenhang vermittelt werden.

 

• Die Methodenausbildung soll in etwa im bisherigen Umfang erhalten bleiben (2 Statistikvorlesungen, 1 Methodenvorlesung, vielleicht stärker auf Schlüsselqualifikationen ausgerichtet, 1 stark strukturiertes Experimentalpraktikum, 1 Exerimentalpraktikum zur Grundlage für einen Abschlussbericht im 5. oder 6. Semester). Allerdings ist auch in diesem Fach eine Überprüfung der praktischen Relevanz der Lehrinhalte angesagt; die zweite Statistikvorlesung sollte man erst im 4. Semester anbieten (vgl. unten).

 

 

5. + 6. Semester

 

Für die letzten beiden Semester wurden drei prototypische Optionen definiert; andere Variationen sind denkbar:

 

(1) BS-Qualifikation für wissenschaftlichen grundlagenorientierten MA/MS-Studiengang

 

(2) BS-Qualifikation für wissenschaftlichen anwendungsbezogene MA/MS-Studiengang (Bsp. MA Psychotherapie)

 

(3) BA-Qualifikation für institutspezifische berufliche Anwendungen

 

Darüber hinaus ist zu überlegen, ob im 5. Semester eine integrative Ringvorlesung vor dem Hintergrund des bis dahin hoffentlich vorhandenem besseren Verständnis für alle Studenten angeboten werden soll.

 

 

ad (1):

 

• Voraussetzung für die Zulassung zum BS-Abschluss ist eine bestandene Klausur über ´Multivariate Verfahren´ (Ende 4. Semester) oder eine vergleichbare Anforderung, mit der das Interesse und die Befähigung zu naturwissenschaftlichem Arbeiten belegt wird

 

• Inhalte sind zwei der drei in den ersten 4 Semestern nicht gewählten Grundlagenfächer plus

 

- eine Vertiefung in dem gewünschten Spezialgrundlagenfach (oder)

 

- interdisziplinäres Fach (vgl. S.24, Mitte) (oder)

 

- ein Anwendungsfach

 

• Studenten sollten sich zu Beginn des 5.Semesters über ihre Anschlusswünsche klar sein und die Vertiefungen so wählen, dass der Einstieg in das entsprechende MA-programm optimal vorbereitet werden kann.

 

 

ad (2):

 

• Voraussetzung für die Zulassung zum BS-Abschluss ist eine bestandene Klausur über (zu spezifizieren) (Ende 4. Semester) oder eine vergleichbare Anforderung, mit der das Interesse und die Befähigung zu psychotherapeutischem Arbeiten belegt wird

 

• Inhalte ist eines der drei in den ersten 4 Semestern nicht gewählten Grundlagenfächer plus Psychotherapiepropädeutikum (wiss. Grundlagen der Klinischen Psychologie)

 

• Anmerkung: Für andere wissenschaftlich anwendungsbezogene MA/MS-Programme könnten Anforderungen in Analogie zu (1) spezifiziert werden, bei denen nur 1 weiteres Grundlagenfach und der 2fache Aufwand für das entsprechende Anwendungsfach gefordert wird

 

 

ad (3)

 

• Hierbei handelt es sich um die ´Exit´-Variante. Intendierte Berufsfelder sind vermutlich institutsspezifisch.

 

• Inhalte orientieren sich am Beruf, für den der BA-Studiengang konzipiert ist (1 oder 2 Anwendungsfächer, Praktikum, etc.).

 

 

MA Psychologie

 

• Die BS-Qualifikationen könnten als Default-Zulassungsbedingungen für einschlägige MA/MS-Studiengänge dienen. Andere Zulassungsmöglichkeiten (z.B. 10 Jahre einschlägige Berufserfahrung) sind lokal zu lösen.

 

• Im 1 Semester sollten Nachholmöglichkeit bei Reduktion des Grundlagenspektrums im BA/BS-Programm angeboten werden. Auch wichtig für Wechsler von anderen Universtitäten.

 

 

Andere Selbstverständlichkeiten

 

• Akkreditierung

 

• ECTS

 

• Internationale Kompatibilität

 

 

Things to worry about

 

• Je anspruchsvoller der BA bzw. BS, desto größer die Gefahr, dass dieser Abschluss eine Alternative (´Ersatz´) für das Diplom wird.

 

 

(Für das Protokoll ohne Gewähr und manchmal assoziativ ergänzt, Reinhold Kliegl)

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