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Gert Scobel erhält den Preis für Wissenschaftspublizistik der Deutschen Gesellschaft für Psychologie

18.09.2018

Die diesjährige Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie für hervorragende Wissenschaftspublizistik erhält Gert Scobel, der als Wissenschaftsjournalist und Moderator deutschlandweit bekannt geworden ist. „Gert Scobel gelingt es immer wieder, in seinen Beiträgen die Komplexität psychologischer Fragestellungen angemessen aufzugreifen und die empirische Forschung zum jeweiligen Thema zu berücksichtigen. Dadurch bringt er einer breiten Zuschauerschaft das Verständnis für psychologische Forschung nahe“, sagt Conny Herbert Antoni, Präsident der DGPs. Der Preis wird am 18. September 2018 während des 51. Kongresses der DGPs in Frankfurt am Main verliehen.

In seinem Wissenschaftsmagazin „scobel“ bereitet Gert Scobel einmal wöchentlich auf 3sat ein Thema aus der aktuellen Forschungslandschaft auf. Er diskutiert mit Studiogästen, befragt Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft und ordnet wissenschaftliche Erkenntnisse in die Zusammenhänge der Lebensrealität ein. Die Jury und der Vorstand der DGPs loben Scobels Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse dabei publikumsnah, unterhaltsam und dennoch anspruchsvoll darzustellen. Zudem regt er durch die Auswahl seiner Studiogäste immer wieder Diskurse zwischen den verschiedenen Wissenschaftsbereichen an und bezieht sowohl psychologische, als auch philosophische und naturwissenschaftliche Perspektiven ein.

Altruismus, Gesundheitsverhalten, Selbstsabotage oder Entscheidungsfreiheit: Viele psychologische Themen, die Gert Scobel behandelt, sind von aktueller gesellschaftspolitischer Relevanz. Seine journalistische Arbeit ist dadurch geprägt, dass er Fakten äußerst kritisch und auf eine Art und Weise präsentiert, die mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Psychologie in Einklang stehen. Auch metatheoretische Themen finden bei Gert Scobel Beachtung. Ein Beispiel ist der sogenannte „Framing-Effekt“. Dabei geht es um die Frage, wie bestimmte Wissenschaftsinhalte kommuniziert werden und wie das jeweilige „Framing“ die Übernahme dieses Wissens beeinflusst. Durch diese Art, Themen aufzubereiten, werden Wissenschaftsskeptiker wie Forschungsbegeisterte gleichermaßen angesprochen. „In einer Zeit, in der wissenschaftlichen Erkenntnissen immer weniger Beachtung geschenkt wird und oftmals Halbwahrheiten als Argumentationsbasis dienen, ist Wissenschaftsjournalismus, wie ihn Gert Scobel betreibt, wichtiger denn je“, erklärt Conny Antoni.

Der Preisträger

Gert Scobel wurde 1959 in Aachen geboren. Er studierte Katholische Theologie und Philosophie an den Universitäten Frankfurt am Main und Berkeley. Im Anschluss war er nach dem Volontariat beim Hessischen Rundfunk lange freiberuflich tätig, unter anderem beim F.A.Z. Magazin sowie als Autor, Regisseur und Moderator im Bereich Hörfunk und Fernsehen. Von 1995 bis 2007 moderierte Scobel das 3sat Magazin „Kulturzeit“. Er gründete das 3sat Wissenschaftsmagazin „nano“ mit und moderierte von 2004 bis 2008 das Wissenschaftsmagazin „delta“, für das er auch redaktionell verantwortlich war. Seit 2008 leitet und moderiert er das wöchentliche Magazin „scobel“ bei 3sat. Neben seiner journalistischen Tätigkeit arbeitet Gert Scobel auch als Buchautor. Für seine Arbeiten im Fernsehen ist er mehrfach ausgezeichnet worden, darunter mit dem Deutschen Fernsehpreis und zweimal mit dem renommierten Grimme-Preis. Seit 2010 ist Gert Scobel Mitglied der Jury für den Deutschen Psychologie Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird. Seit Mai 2016 ist Gert Scobel Honorarprofessor für „Philosophie und Interdisziplinarität“ an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Preisträger Gert Scobel (rechts) mit dem DGPs-Präsidenten Conny Antoni

Der Preis für Wissenschaftspublizistik der DGPs

Der Preis für Wissenschaftspublizistik wird an eine Journalistin oder einen Journalisten verliehen, die/der sich um die Darstellung psychologischer Forschung in den Medien verdient gemacht hat. Berücksichtigt werden Beiträge in Printmedien, im Hörfunk und im Fernsehen. Maßgebend für die Vergabe des Preises sind folgende Gesichtspunkte: Inwiefern haben die Arbeiten dazu beigetragen, den empirischen Charakter der Psychologie und ihren Status als Wissenschaft zu verbreiten? Inwieweit ist es gelungen, die enge Verzahnung zwischen Grundlagenforschung und Anwendungsbezügen an konkreten Beispielen interessant darzustellen?

 

Pressekontakt:

Dr. Anne Klostermann
Pressestelle DGPs
E-Mail: pressestelle(at)dgps.de
Tel.: 030 280 47718

 

Pressemitteilung (PDF)

Laudatio (PDF)

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