Mitteilungsdetail

Verfassungsgericht fordert drittes Geschlecht – DGPs hatte in einer Stellungnahme die Dritte Option befürwortet

09.11.2017

Anfang des Jahres 2017 hatte das Bundesverfassungsgericht von verschiedenen Verbänden, darunter auch der DGPs, Stellungnahmen zu der Frage eingeholt, ob bei Menschen, bei denen das Geschlecht nicht eindeutig feststellbar ist, neben der Eintragung als „männlich“ oder „weiblich“ auch die Option „inter/divers“ oder „divers“ wählbar sein sollte. Die DGPs hatte in ihrer Stellungnahme für die Möglichkeit, ein drittes Geschlecht wählen zu können, plädiert.

Dr. Katinka Schweizer, die zum Thema Intersexualität forscht und als Psychotherapeutin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf arbeitet und Mitglied der DGPs ist, hatte die Arbeit an der Stellungnahme fachlich angeführt. „Die Annahme, dass das Geschlecht eines Menschen ausschließlich männlich oder weiblich sein kann, ist falsch und weder psychologisch noch biologisch und sexualwissenschaftlich haltbar“, sagt Schweizer. „Geschlecht ist ein mehrdimensionales Konstrukt, von dem wir heute annehmen, dass seine Entwicklung durch das komplexe Zusammenspiel verschiedener körperlicher, psychosozialer und psychosexueller Einflussfaktoren bedingt ist“.

„Basierend auf dem aktuellen psychologischen und sexualwissenschaftlichen Kenntnisstand ist diese Entscheidung aus unserer Sicht richtig und notwendig“, sagt Conny H. Antoni, Präsident der DGPs, „daher sind wir sehr erfreut über das Urteil aus Karlsruhe.“

Die Stellungnahme der DGPs kann hier abgerufen werden:

DGPs_Stellungnahme_Dritte_Option.pdf

<- Zurück zu: Archiv


nach oben