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Neuroplastizität: Wie anpassungsfähig ist unser Gehirn?

17.12.2013

Prof. Dr. Brigitte Röder wird mit dem Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet

Prof. Dr. Brigitte Röder, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) e.V. und Professorin für Biologische Psychologie und Neuropsychologie an der Universität Hamburg wird für ihre Arbeiten im Bereich der neuronalen Plastizität von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Leibniz-Preis 2014 ausgezeichnet. „Brigitte Röder zeigt uns, wie anpassungsfähig unser Gehirn ist. Ihre Forschungsergebnisse wirken weit über die Grundlagenforschung hinaus, denn sie tragen entscheidend dazu bei, gezielte Bildungs- und Rehabilitationsprogramme entwickeln zu können. Damit ist ihre Forschung sowohl für die Psychologie als auch für die modernen Lebenswissenschaften wegweisend“, sagt Prof. Dr. Jürgen Margraf, Präsident der DGPs. „Wir freuen uns mit Brigitte Röder sehr über diese Auszeichnung ihrer psychologischen Forschung.“ 

Mit dem Leibniz-Preis würdigt die DFG herausragende Forscher, die frühzeitig exzellente grundlegende Leistungen auf ihren Arbeitsgebieten erbracht haben und von denen erwartet wird, dass sie die Forschungslandschaft in Deutschland nachhaltig prägen werden. Die Verleihung des mit 2,5 Millionen Euro dotierten Preises findet am 12. März 2014 in Berlin statt.

Die Forschungsarbeiten von Brigitte Röder bewegen sich an den Schnittstellen von Kognitionspsychologie, Entwicklungspsychologie und kognitiver Neurowissenschaft. Vor allem mit ihren Untersuchungen zu den grundlegenden Mechanismen neuronaler Plastizität gehört Brigitte Röder zur Weltspitze. Leitfragen sind dabei etwa: Wie und in welchem Maß ist unser Gehirn fähig, sich an altersbedingte Veränderungen oder den Verlust von Sehvermögen oder Gehör anzupassen? Ist die Anpassungsfähigkeit des Gehirns trainierbar? Wie werden funktional spezialisierte Systeme des Gehirns entwickelt und aufrechterhalten? Röder betrachtet dabei gezielt die zeitliche Dynamik der Entwicklung. So untersucht sie etwa, wie sich Wahrnehmung und Verhalten bei blind oder gehörlos gewordenen Personen verändern, vergleicht dies mit von Geburt an blinden oder gehörlosen Personen und setzt beides in Beziehung zur Entwicklung des Gehirns. Außerdem erforscht sie die Erholung von Wahrnehmungsleistungen nach Wiederherstellung des Sehvermögens.

Brigitte Röder studierte Psychologie in Marburg, wo sie bei Prof. Dr. Frank Rösler im Bereich der Kognitiven Neurowissenschaften auch promovierte und sich 2002 habilitierte. Als Doktorandin und Postdoc forschte sie in Illinois beziehungsweise Oregon. 1999 gehörte Brigitte Röder zu den ersten Geförderten im Emmy Noether-Programm der DFG. Von Marburg aus folgte sie einem Ruf an die Universität Hamburg. Für ihre Arbeiten wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, 2010 erhielt sie einen Advanced Grant des ERC.

Weitere Informationen

http://bpn.uni-hamburg.de

 Neuroplastizität: Wie anpassungsfähig ist unser Gehirn? - 03.04.2014 15:06

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