Umweltpsychologie

Die Umweltpsychologie entstand Ende der 1960er-Jahre im Rahmen des Modernen Interaktionismus, demzufolge das Verhalten eines Menschen von Persönlichkeitsmerkmalen und der Umwelt abhängig ist. Zunächst war die Umweltpsychologie auch eine Gegenbewegung weg vom Laborexperiment in der Psychologie, dessen Befunde man für ungeeignet hielt, um sie auf andere Kontexte zu übertragen.

Dominierten anfangs Architektur- und Wahrnehmungspsychologie die Disziplin, wird die Umweltpsychologie seit den 1980er Jahren vermehrt als anwendungs- und problemorientierte Forschung verstanden. Da die Lösung von alltagspraktischen Problemen und Herausforderungen nicht allein von psychologischem Wissen abhängt, arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler häufig disziplinübergreifend und beziehen theoretisches sowie methodisches Wissen, beispielsweise aus der Soziologie, Ökonomie, Geographie, Medizin und den Ingenieurswissenschaften ein.

Traditionell geht es in der Umweltpsychologie um Fragen der Nachhaltigkeit, des Klimaschutzes, der Ressourcenübernutzung und der Massenmobilität. Weitere wichtige Felder sind der Gebrauch von Informationstechnologie, die Mensch-Technik-Interaktion, das menschgerechte Bauen und generell das Human-Factors-Design sowie die Wirkung von Umweltstressoren. Entsprechend vielfältig gestalten sich die psychologischen Teildisziplinen, die sich in die Umweltpsychologie einbringen: Umweltschutz-, Medien-, Gesundheits-, Verkehrspsychologie, Angewandte Persönlichkeits- und Sozialpsychologie.

Fachgruppe Umweltpsychologie


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