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Therapieevaluation: Begriffsbildung, Kontrolle, Randomisierung und statistische Auswertung.
Einige Anmerkungen und Ergänzungen zu Metzler und Krause (1997)

Willi Hager


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Zusammenfassung

Das Fehlen von akzeptablen oder allgemein akzeptierten Standards in der Psychotherapieforschung ist beklagenswert. Von daher ist es verdienstvoll, dass sich Metzler und Krause (1997) dieses Themas annehmen und solche Standards vorschlagen. Aber ihre Vorschläge greifen in mancher Hinsicht zu kurz und sind in anderer Hinsicht zu undifferenziert. Einige Punkte (Fragen der Begriffsbildung, der zentralen Unterscheidung von vergleichenden und nicht-vergleichenden Evaluationen, der Kontrolle, der Randomisierung und der statistischen Auswertung) werden aufgegriffen und problematisiert.

Abstract

The lack of methodological and methodical standards for the evaluation of psychotherapies is indeed deplorable. Metzler and Krause (1997) proposed some standards, but their recommendations partly are debatable. Some aspects concerning the differentiation between comparative and non-comparative evaluations, the necessity of control, the use of randomiziation, and the statistical handling of data, are discussed.

Über so vielfältige methodische Standards wir in der Psychologie allgemein und in ihren Teilgebieten im speziellen verfügen, so wenig ist es bisher gelungen, diese allgemeinen Standards in gewinnbringender oder akzeptabler Weise auch auf die Evaluation von Präventiv- und Förderprogrammen im pädagogisch-psychologischen Bereich und auf die Evaluation von Therapieformen im klinischen Bereich zu übertragen. Zwar gibt es zu diesen Themen eine schier unüberschaubare Vielfalt von Veröffentlichungen, aber diese scheinen nur von geringer Relevanz für die tatsächlich stattfindende Forschung zu sein oder über sie setzt man sich mit dem Hinweis hinweg, dass die Einschränkungen der Praxis oder der Forschung ``im Felde'' es ``leider'' unmöglich machten, den Standards oder Vorschlägen im einzelnen zu folgen - nach meiner Erfahrung stellt dies nur allzu oft eine Schutzbehauptung dar. Um so begrüßenswerter ist es, dass sich Metzler und Krause (1997) mit einigen möglichen Standards in überschaubarer und damit für die Nicht-Spezialist(inn)en im Bereich der Methodenlehre vermutlich eher zusagender Form befassen. Obwohl ich ihrem Anliegen und auch den meisten ihrer Ausführungen ausdrücklich zustimme, scheinen mir doch einige ihrer Überlegungen der Vertiefung bzw. Differenzierung zu bedürfen.




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Methods of Psychological Research 1998 Vol.3 No.1
© 1998 Pabst Science Publishers