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Viele Studenten (und auch einige etablierte Forscher) sind überrascht,
wenn sie bemerken, daß es nicht einen Signifikanztest,
sondern mehrere unterschiedliche gibt (siehe Ostmann & Wutke,
1994 [54], für einen Überblick).
Wenn man Statistiklehrbücher
für Psychologen liest, scheint es allerdings oft so, wie
wenn nur ein einziges Verfahren existierte. Dieses Verfahren
ist eine Mixtur verschiedener Ansätze, meist gemischt aus
dem von R. A. Fisher entwickelten Signifikanztesten und dem Hypothesentesten
von J. Neyman and E. S. Pearson, oft garniert mit Bayesianischen
Interpretationen (Acree, 1979 [1];
Gigerenzer & Murray, 1987 [35]).
Der Ansatz von Fisher unterscheidet sich von dem Neyman-Pearson'schen
in vielerlei Hinsicht
(siehe hierzu Gigerenzer, 1993 [34];
Oakes, 1986 [52]).
Einige dieser Unterschiede seien hier kurz wiederholt: Während
bei Fisher nur eine statistische Hypothese, die Nullhypothese
( ), spezifiziert wird, ist die Alternativhypothese,
meist als bezeichnet, ein fester
Bestandteil des Neyman-Pearson Ansatzes. Konzepte wie `` -Fehler''
oder ``Teststärke'' sind somit nur im zweiten Ansatz
sinnvoll zu interpretieren. Bei Neyman und Pearson wird klar
unterschieden zwischen dem Signifikanzniveau
und dem p-Wert. Während
die Wahrscheinlichkeit dafür bezeichnet, die
ungerechtfertigt zu verwerfen, ist p die Wahrscheinlichkeit
dafür, daß das empirische Datum oder ein extremeres
Datum gefunden werden kann, wenn die
wahr ist. Den p-Wert erhält man nach dem Experiment,
wird vor dem Experiment
festgelegt. Beim Fisher'schen Verfahren kann hingegen
das ``Signifikanzniveau'' vor und nach dem Test bestimmt
werden. Der interessanteste Unterschied zwischen den beiden Ansätzen
liegt aber in der Interpretation des Ergebnisses des Signifikanztests.
In beiden Ansätzen ist das Ergebnis eines Signifikanztests
die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Datums unter der Gültigkeit
der Nullhypothese - , der oben
erwähnte p-Wert. Ist p kleiner als
so ist das Ergebnis signifikant, andernfalls ist es nicht signifikant.
Im Ansatz von Neyman und Pearson erhält das Testergebnis
eine ``Verhaltens-Interpretation''. Bei einem signifikanten
Ergebnis sollte man sich so verhalten, als ob die Alternativhypothese
wahr sei, bei einem nicht signifikanten Ergebnis, als ob die Nullhypothese
zuträfe (vgl. Blackwelder, 1982 [8]).
Im Ansatz von Fisher kann
die nur verworfen, nicht aber angenommen
werden - bei Nichtsignifikanz kann keine Entscheidung getroffen
werden (siehe Gigerenzer et al., 1989 [36],
über den Wandel in
Fisher's eigener Interpretation des p-Werts). Die
im folgenden Paragraph besprochenen Interpretationen von p-Werten
würde Fisher jedoch nicht unterstützt haben.
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© 1997 Pabst Science Publishers
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