|
Next: Literatur Up: MPR-online 1996Vol.1, No.4 Previous: Probleme der Metaanalyse
FazitAusgehend von einer Kritik des Signifikanztestens wurden verschiedene Alternativen (oder Ergänzungen) dazu vorgeschlagen, insbesondere die Verwendung von Verfahren der EDA und die Berechnung von Effektgrößen. Obwohl ein Teil der hier vorgestellten Verfahren explizit als ``explorativ'' betitelt ist, heißt das nicht, daß diese Verfahren auf die Hypothesenfindung beschränkt bleiben müssen und nicht zur Hypothesenprüfung eingesetzt werden können. Eine klare Trennung in einen ``Entdeckungskontext'', in dem die Hypothesenfindung stattfindet und einen ``Begründungskontext'', in dem die Hypothese dann geprüft wird, entspricht sowieso nicht der Forschungspraxis (vgl. Gigerenzer, 1991 [33]). Die hier vorgestellten Verfahren haben einen berechtigten Platz in allen Stadien psychologischer Forschung (vgl. Erdfelder, 1994 [27]). Demgemäß sollten sie auch breiteren Raum in der Statistikausbildung finden. Insbesondere EDA-Verfahren könnten schon im schulischen Stochastikunterricht gewinnbringend eingesetzt werden (Biehler, 1987 [7]; Dunkels, 1987 [24]).
Dieser Artikel ist ein Versuch, den Leser zur differenzierten
Anwendung alternativer Methoden zu motivieren. Die hier vorgestellten
Verfahren sollten nicht dazu verführen, sie solange
``durchzuprobieren'',
bis irgendein Effekt gefunden ist. Im Zweifelsfall ist
es sicher das beste, eine Studie zu replizieren. Es sollte auch
klar geworden sein, daß es keine Patentlösungen für
die Analyse psychologischer Daten gibt. Der Wunsch nach Patentlösungen
ist wohl ein weiterer Grund für die Beliebtheit des Signifikanztest-Rituals
(Salsburg, 1985 [60]).
Methods of Psychological Research 1996, Vol.1, No.4 © 1997 Pabst Science Publishers |
|
|