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Laudatio Prof. Dr. Gerd Lüer

Mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Gerd Lüer wird ein angesehener Wissenschaftler geehrt, der über einen langen Zeitraum hinweg mit großem Engagement für die Deutsche Gesellschaft für Psychologie in verschiedenen Funktionen tätig war. Als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie hat Gerd Lüer deren Aufgaben und Ziele neu festgelegt und präzisiert; er hat damit die Deutsche Gesellschaft für Psychologie als wissenschaftliche Fachgesellschaft gestärkt.

Gerd Lüer gehört zum Kreis jener Kieler Wissenschaftler, die im deutschsprachigen Raum den übergang zur kognitionspsychologischen Grundlagenforschung einleiteten. Er begann mit einem umfangreichen Forschungsprogramm zum menschlichen Problemlöseverhalten, und legte dann den Schwerpunkt seiner Forschung auf Prozesse des menschlichen Gedächtnisses. In jüngster Zeit befasst sich Gerd Lüer verstärkt mit der Geschichte unseres Fach sowie der Fachgesellschaft.

Es zeichnet Gerd Lüer aus, dass er ungeachtet seiner erfolgreichen wissenschaftlichen Tätigkeit über viele Jahre hinweg stets bereit war, Verpflichtungen in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie zu übernehmen. Die Liste der von ihm übernommenen Funktionen ist ungewöhnlich lang: 1980-1982 Schriftführer der DGPs, 1984-1988 Federführender Vorsitzender der Föderativen Planungskommission, 1988-1990 Präsident der DGPs, 1990 Präsident der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1990-1992 Vizepräsident der DGPs, 1994-1998 Federführender Vorsitzender der Kommission zur Verleihung des Heinz-Heckhausen-Preises, 1999-2000 Federführender Vorsitzender der Satzungskommission der DGPs sowie Vorsitzender der Findungskommission der DGPs für die Wahl des neuen Vorstands. In seine Amtszeit als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie fällt u.a. die Neufassung der Satzung. Gerd Lüer strebte damit an, die Ziele und Aufgaben der DGPs als einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft präziser zu formulieren und exakter festzulegen. Dies ist ihm gelungen. Die aus der Wiedervereinigung Deutschlands resultierenden Veränderungen für die Fachgesellschaft handhabte Gerd Lüer als Präsident mit Umsicht und Verantwortungsbewusstsein. Mit der Berliner Erklärung von 1990 erfolgte die Vereinigung der universitären Psychologie im deutschsprachigen Raum unter dem Dach einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft. Gleichzeitig leitete Gerd Lüer Initiativen ein, mit dem Ziel, die Psychologie im Bereich der ehemaligen DDR internationalen Standards folgend auszubauen.

Gerd Lüer hat die Funktionen in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie nie angestrebt, sie wurden ihm angetragen. Er hat sie mit großem Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein übernommen und auf diese Weise auch nachhaltig Einfluss auf unsere Disziplin ausgeübt. Gerd Lüer hat ein spezifisches Verständnis einer Wissenschaftsgesellschaft wie der DGPs: Er betrachtet sie als Forum, „auf dem der Zeitgeist seinen Handel betreibt“; die Funktion der Fachgesellschaft sieht er u.a. darin, „dem Zeitgeist strengere Qualitätskontrollen aufzuerlegen“. Das übergeordnete Ziel ist für ihn die Sicherstellung und die Fortentwicklung der Qualität psychologischer Forschung. In seinem Verständnis psychologischer Grundlagenforschung orientiert er sich an G.E. Müller: „...eine unverdrossene Sammlung von Tatsachen, gepaart mit dem Streben, den Genauigkeitsgrad der Untersuchung so hoch als möglich zu steigern“. Es gelte, mit methodischer Strenge Wissen zu generieren, das mit einem hohen Grad an Gewissheit ausgestattet ist, was die Verfügbarkeit und Anwendung einer soliden psychologischen Methodik einschließt. Es zeichnet Gerd Lüer aus, dass er dieses Ziel nicht nur als Wissenschaftler verfolgt hat, sondern stets auch der Ausübung seiner Funktionen für die DGPs vorangestellt hat.

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